Full text : Krieg und Banken

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geraubt  worden  sei,  daß  die  Banken  aber  sich  den  Vorteil  des
kontrollelosen  Verkehrs  nicht  in  diesem  krassen  Maße  zunutze
machen  werden“.  So  wünschenswert  nun  die  Beteiligung  der
Großbanken  im  inoffiziellen  Börsenhandel  sein  mag,  so  fragt  sich
dennoch,  ob  man  ihn  beibehalten  will.  Nach  unserer  unmaßgeblichen ­
  Meinung  ist  der  Zustand  ungesund.  Entweder  schließt  man
die  Börse,  oder  man  öffnet  sie.  Ein  Zwitterzustand,  wie  der  seit
Monaten  bestehende  Verkehr  ihn  darstellt,  ist  und  bleibt  stärkster
Kritik  unterworfen.  Gegen  die  volle  Öffnung  der  Börse  bestehen
noch  die  alten  Bedenken,  die  nicht  zu  unterschätzen  sind  und
die  bei  einem  so  empfindlichen  Instrument,  wie  es  eben  die  Börse
ist,  in  derartig  kritischen  Zeiten,  wie  wir  sie  heute  haben,  doppelt
zu  beachten  sind.  Auch  die  Gründe,  die  für  den  inoffiziellen
Verkehr  sprechen,  sind  gewiß  beachtlich;  es  wird  u.  a.  auch
vielen  ehrenwerten  Existenzen  dadurch  die  Möglichkeit  eines
Verdienstes  geschaffen.  Rein  objektiv  aber  vom  staatlichen
und  auch  vom  geschäftlichen  Standpunkt  aus  betrachtet,  kann
mari  sich  dem  Gedanken  nicht  verschließen,  daß  dieser  inoffizielle
Verkehr  an  der  Berliner  Börse  tiefere  Schäden  mit  sich  bringt
und  gegen  die  Börse  einejjroße  Animosität  in  weiten  Kreisen
wachgerufen  hat.  Wer  mit  seiner  ganzen  Überzeugung  für  eine
Befreiung  der  Börse  von  lästigen  Fesseln  eintritt,  wer  der  Meinung ­
  ist,  daß  sie  ein  unbedingt  notwendiges  Bindeglied  in  unserem
gewaltigen  Wirtschaftsgebäude  darstellt,  der  muß  auch  den  Mut
besitzen  und  feststellen,  daß  das  inoffizielle  Verfahren,  wie  es
geübt  wird,  unrichtig,  schädlich  und  dazu  verführerisch  für  nicht
ganz  gefestigte  Elemente  wirkt.  Das  große  politische  Staatsinteresse ­
  verlangt  heute  den  Schluß  der  Börse,  und  es  gibt  viele
ernsthafte  Männer,  auch  in  den  am  Börsenhandel  interessierten
Kreisen,  die  der  Meinung  sind,  daß  die  Schäden,  welche  der  inoffizielle ­
  Verkehr  mit  sich  bringt,  für  die  Zeit  nach  Beendigung
des  Krieges  bei  weitem  den  Nutzen  überwiegen  werden,  welchen
er  den  beteiligten  handelnden  Firmen  bringt.  Der  durchaus  legitime ­
  Verkehr  in  Devisen  und  Sorten  und  der  Handel  in  Wechseln
oder  Reichsschatzschcincn  und  Kriegsanleihen  brauchte  deshalb
nicht  ausgeschlossen  zu  sein  und  könnte  nach  wie  vor  stattfinden.
Vermieden  aber  werden  muß,  daß  die  vorhandenen  Betriebsmittel
im,  Reiche  für  Spekulationen  festgelegt  und  damit  den  notwendigeren ­
  Aufgaben  des  Staates  entzogen  werden.
            
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