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Die Flüssigkeit der Banken hat auch im laufenden
Jahre keine Abnahme erfahren, und selbst die gewaltigen Zeich
nungen auf die Kriegsanleihe haben hierin eine Änderung nicht
hervorgerufen. Das Ultimogeld an der Berliner Börse stellt sich
in den letzten Monaten auf rund 4 %, Guthaben in täglicher
Scheckrechnung werden mit 2 %, in provisionspflichtiger Rech
nung mit 2/4 % verzinst, ein Beweis dafür, daß die Banken Geld
nicht suchen. Niemand wird bestreiten, daß man noch im August
und September vorigen Jahres diese Sätze für unmöglich gehalten
haben würde; sie geben uns aber die beruhigende Gewißheit,
daß auch für weitere Bedürfnisse unseres Reiches die notwendi
gen Mittel in vollem Umfange zur Verfügung sein werden. Im
übrigen muß auch an dieser Stelle wieder betont werden, daß,
wie in manchen anderen Fragen, so auch über diejenige der
Liquiditätsberechnung bei den Aktienbanken eine Änderung in den
Anschauungen einzutreten hat. Wenn man sich nicht dahinter
verstecken will, daß der Krieg in dem Wirtschaftsleben einer
Nation einen Ausnahmezustand darstellt, und wenn man den
Dingen, wenn auch von einem verschiedenen Standpunkte aus,
freimütig ins Auge sieht, so hat man anzuerkennen, daß man zu
den jederzeit flüssigen Mitteln einer Bank Guthaben der Banken
im Auslande nicht ohne weiteres zuzählen darf. Andererseits
werden unsere Bilanzkritiker mit Rücksicht auf die bei uns doch
sicher feststehende Tatsache, daß das Kreditgebäude, wie es
unsere Banken geschaffen haben, gesund ist, zugestehen müssen,
daß Debitoren nicht durchweg, wie das bisher geschah, als
illiquide zu bezeichnen sind. Man wird also für die Folge die
Bankbilanzen jedenfalls unter ganz anderen Gesichtspunkten
betrachten müssen, als dies bisher geschah, und wird in erster
Linie in der Qualität der Kundschaft und der übrigen Anlagen
einer Bank das bessere Kriterium für dieselbe sehen als in der
künstlich aufgemachten mehr oder minder richtigen Liquilditäts-
berechnung eines Instituts. Wechsel, Lombards, auch kursfähige
solide Wertpapiere sind selbst in Kriegszeiten in mehr oder
minder großem Umfange liquide Werte. Wir sind allerdings
überzeugt, daß hierin die Meinungen auch in Zukunft auseinander
gehen werden, und daß, wie wir ja schon eingangs hervorgehoben
haben, letzten Endes nur Kassenbestände und Guthaben bei der
Reichsbank als liquide Werte und als sicherstes Mittel gegen