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in Gewährung von Darlehen gegen Faustpfand und Grundpfand, im kom
mionsweisen An- und Verkauf von Anlagepapieren und in der Annahme
verzinslicher Depositen.
Auch die Annahme von Depositen durch Handels- und Fabrikations
geschäfte war nichts ungewöhnliches. So schreibt F. L. Imhoof-Hotze,
Winterthur, in seinen Memoiren noch im Jahre 1872:1) „Mein Geschäft
hatte während langen Jahren Depositengelder von Privaten angenommen,
davon ich 5% Zinsen zahlte, während ich namentlich im letzten Jahrzehnt
vor der Liquidation davon einen guten Teil gerne entbehrt hätte. Ich fand
aber, dass wir Kaufleute nicht nur für uns da sind, sondern auch andern
Dienste zu leisten verpflichtet sind, zumal wo dies nur f mit kleinen Opfern
von unserer Seite geschehen kann. Und so wusste ich, dass eine Menge
unserer Kreditoren sich glücklich schätzten, ihr Geld so sicher und günstig
anlegen zu können.“
Die ersten reinen Geldinstitute der Schweiz nicht privaten Charakters
waren im allgemeinen die Sparkassen. Und zwar entstanden sie vor
wiegend durch die Initiative einzelner wohlmeinender Privatpersonen oder
gemeinnütziger Gesellschaften, die aus ihren Mitteln, mit ihrer Garantie
und auf ihr Risiko die Anstalt ins Leben riefen, mit einem Anfangskapital
dotierten und sehr oft auch längere Zeit unentgeltlich leiteten. Ihr Zweck
war in erster Linie die Aufmunterung zum Sparen, „allen denjenigen, die
daran Teil nehmen wollen, besonders aber Handwerkern und Dienstboten,
Vormündern und Taufpaten und andern Wohltätern einen sichern zins
tragenden Aufbewahrungsort für ihre Ersparnisse, Geschenke oder Ver
gabungen darzubieten“. (Allgemeine Aargauische Ersparniskasse.) Man
gewährte einen verhältnismässig hohen Zins und beschränkte oft die Kreise
für die die Kasse bestimmt war, entweder örtlich (Bürgerliche Deposito-
kasse, Amtsersparniskasse), oder auf bestimmte Bevölkerungskreise (Dienst
botenkasse). Der ursprünglichen Sparkasse ging also der Erwerbscharakter
völlig ab, die Annahme der Gelder war Selbstzweck, ein Dividenden ver
langendes Aktienkapital existierte nicht. Anlage fanden die so gesammelten
Gelder meist in soliden Hypotheken, und dass diese Anlagemöglichkeit
bei den damaligen einfachen wirtschaftlichen Verhältnissen keine un
begrenzte war, zeigt eine Bemerkung im Bericht pro 1850/51 der von der
Gemeinnützigen Gesellschaft Winterthur geleiteten Ersparniskasse: „Be
treffend die Herabsetzung des Zinsfusses ist zu bemerken, dass es notwendig
wurde, dem Geldandrang von Leuten, welche die Ersparniskasse nur als
q Wetter, Die Bank in Winterthur 1862 bis 1912, Winterthur 1914, S. 15.