Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Untersuchung  von  Boden.

Dieses  wird  an  der  Moor-Versuchs-Station  in  der  Art  ausgeftlhrt,  daß  die  Moorprohe
  in  hohen  Zylindern  mit  nicht  zu  wenig  Wasser  vollkommen  zerkleinert  und
aufgerührt  wird.  Der  Sand  setzt  sich  ziemlich  schnell  in  dichter  Schicht  ah,  während
das  leichte  Moor  ziemlich  langsam  niedersinkt  und  nur  eine  lockere  Schicht  bildet.
Etwa  in  letzterer  noch  vorhandener  Sand  fällt  hei  schwachen  Eüttelbewegungen,
die  man  mit  Hilfe  eines  Stahes  in  der  Moorschicht  hervorbringt,  bald  zu  Boden.
Die  Flüssigkeit  mit  der  Moorsuhstanz  wird  dann  vorsichtig  ahgegossen  und  das
Verfahren  so  oft  wiederholt,  bis  der  Sand  vollkommen  frei  von  erkennbarer  organischer ­
  Substanz  erscheint.  Die  Flüssigkeit  mit  dem  Moore  wird  in  einer  großen
Porzellanschale  zur  Trockne  verdampft,  der  Sand  ebenfalls  getrocknet  und  beide
getrennt  untersucht.

III.  Chemische  Untersuchung.
Es  sollen  hier  unter  Hinweis  auf  die  chemische  Untersuchung  der  mineralischen
Bodenarten  nur  die  Abweichungen  von  dem  allgemein  gebräuchlichen  Verfahren
Besprechung  finden,  die  durch  den  Reichtum  der  Moorboden  an  organischer  Substanz
nötig  werden.
1.  Die  Trockensubstanzbestimmung.  Eine  völlig  genaue  Bestimmung  des
Troekensubstanzgehaltes  im  Torf  ist  kaum  möglich,  da  die  organische  Masse  das
Wasser  in  verschiedenem  Zustande  des  Gehundenseins  enthält  und  mit  wie  ohne
Anwendung  von  Wärme  beim  Austrocknen  bereits  einen  teilweisen  Zerfall  bestimmter ­
  organischer  Bestandteile  unter  Abgabe  von  Wasser  erleidet,  ehe  noch  das
sog.  hygroskopische  Wasser  entfernt  ist.  Jedoch  liefern  das  Trocknen  im  Vakuum
über  konzentrierter  Schwefelsäure  oder  Phosphorsäureanhydrid  bei  gewöhnlicher
oder  erhöhter  Temperatur,  das  Trocknen  im  Luft-  und  Wasserstoff  ström  bei  höherer
Temperatur  unter  teilweiser  Evakuierung  des  Trockenraumes  oder  das  Trocknen
bei  höherer  Temperatur  und  Erkaltenlassen  der  Substanz  im  Exsikkator  in  luftdicht
verschließbaren  Gefäßen,  die  vor  dem  Wägen  auf  einen  Augenblick  zum  Ausgleich
der  Spannungsunterschiede  gelüftet  werden,  im  allgemeinen  untereinander  übereinstimmende ­
  und  genügend  genaue  Ergebnisse. 1 )  Handelt  es  sich  lediglich  darum,
einen  Moorboden  auf  seinen  Vorrat  an  Pflanzennährstoffen  zum  Zwecke  der
Empfehlung  von  Kultivierungsmaßnahmen  zu  untersuchen,  so  wird  man  sich  meist
mit  einer  zwar  etwas  weniger  genauen,  aber  einfacher  und  schneller  auszuführenden
Wasserbestimmung  begnügen  dürfen.  Hierbei  werden  zweckmäßig  nicht  zu  geringe
Mengen  (5—10  g)  angewendet.
2.  Veraschung.  Für  die  Untersuchung  auf  mineralische  Bestandteile  wird  der
Moorboden  gewöhnlich  verascht.  Die  Untersuchungen,  die  darüber  Auskunft  liefern
sollen,  in  welcher  Verbindungsform  die  Moorbestandteile  im  ursprünglichen  Moor
enthalten  sind,  haben  zwar  bemerkenswerte  Ergebnisse  geliefert,  sind  jedoch  analytisch
noch  nicht  verwertbar.  Dieselben  können  natürlich  nur  an  der  unveränderten
Moorsubstanz  angestellt  werden. *  2 )
Die  Veraschung  ward  am  besten  in  einer  möglichst  flachen  geräumigen  Platinschale ­
  ausgeführt,  das  Glühen  durch  einen  Bunsenbrenner  mit  Sternaufsatz  (Plamraen->)

  Man  vergl.  K.  Virchow,  Landw.  Jahrbücher  1880,  9,  1022;  Br.  Tacke,
Chem.-Ztg.  1895,  19,  1756;  H.  Tryller,  Landw.  Versuchs-Stationen  1897,  49,  145;
H.  Puchner,  ebenda  1901,  55,  309;  A.  Mitscherlich,  Landw.  Jahrbücher  1902,  31,  577
und  A.  Arntz,  Landw.  Versuchs-Stationen  1904.  59,  411.
2 )  Vergl.  C.  L.  Wiklund,  Landw.  Jahrbücher  1891,  20,  909;  M.  Schmoeger,
Ber.  d.  D.  chem.  Ges.  1893,  26,  386;  Br.  Tacke,  Chem.-Ztg.  1895,,  19,  1756.
            
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