Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung  der  Moorböden.

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Verbreiter)  bewerkstelligt.  Die  Hitze  soll  dunkle  Rotglut  nicht  überschreiten.
Gegen  das  Ende  der  Veraschung  muß  häufig  mit  einem  Platindraht  oder  Spatel
umgerührt  werden,  weil  die  Kohleschicht  auf  der  Oberfläche  der  Asche  sonst  schwer
verbrennt.
Die  Moorasche  ist  äußerst  hygroskopisch  und  daher  möglichst  schnell  mit
einer  Platte  bedeckt  zu  wägen.  Die  Exsikkatoren  müssen  dicht  schließen  und  das
Trookenmittel  muß  häufig  erneuert  werden;  bei  einem  schon  längere  Zeit  benutzten
Exsikkator  zieht  Moorasche  wie  trockne  Moorsubstanz  Wasser  an.
Betreffs  der  bei  Bestimmung  gewisser  leicht  sich  verflüchtigenden  Bestandteile,
wie  Chlor,  Kalium,  zu  beachtenden  Vorsichtsmaßregeln  bei  Herstellung  der  Asche
gelten  die  für  Untersuchung  von  Pflanzen  (vergl.  „Pflanzenasche“)  gültigen  Regeln.
Die  mehr  oder  weniger  stark  mit  Sand,  Ton  oder  Kalk  vermischten  Moorböden ­
  werden  in  derselben  Weise  behandelt:
Soll  die  Untersuchung  eines  Moorbodens  lediglich  die  nötigen  Anhaltspunkte
für  die  Beurteilung  seiner  Kulturfähigkeit  liefern,  so  wird  nach  dem  an  der  Moor-Versuchs-Station
  üblichen  Verfahren  die  Asche  gewogen,  mit  konzentrierter  Salzsäure
von  1,135  spezifischem  Gewicht  unter  Zusatz  von  wenig  Salpetersäure  gekocht,  zur
Trockne  verdampft,  der  Rückstand  nach  dem  Uberführen  der  Kieselsäure  in  die
unlösliche  Form  mit  Salzsäure  aufgenommen,  filtriert  und  das  Unlösliche,  sowie  im
Filtrate  Kalk  und  Phosphorsäure  bestimmt.
In  der  lufttrocknen  Substanz  wird  der  Stickstoff  und  behufs  Umrechnung
des  Untersuohungsergebnisses  auf  Trockensubstanz  die  Feuchtigkeit  ermittelt.
Von  einer  Bestimmung  des  Kalis  wird  seitens  der  Moor-Versuchs-Station
meistens  abgesehen,  da  seine  Menge  in  der  überwiegenden  Anzahl  der  Moore
so  gering  ist,  daß  sie  bei  der  Düngung  unberücksichtigt  bleiben  kann.  In  besonderen
Fällen,  z.  B.  wenn  das  Moor  auf  kalireichem  Untergrund  aufgewachsen  oder  mit
Ton  durchsetzt  ist,  oder  wenn  ein  solcher  Untergrund  selbst  zur  Bedeckung  bei
Deckkulturen  verwendet  werden  soll,  wird  eine  Bestimmung  des  Kalis  ausgeführt.
Die  vollständige  Untersuchung  der  Moorbodenasche  weicht  nicht  von  den  hei
Mineralböden  bezw.  Pflanzenaschen  gebräuchlichen  Verfahren  ab.
3.  Bestimmung  einzelner  Bestandteile.  Bezüglich  der  Bestimmung  einzelner
Bestandteile  des  Moorbodens  sei  noch  folgendes  bemerkt:
a)  Stickstoff.  Der  Stickstoffgehalt  des  Moorbodens  wird  nach  dem  von
Wilfarth  u.  a.  abgeänderten  Kjeldahlschen  Verfahren  durch  Kochen  mit  konzentrierter ­
  Schwefelsäure  unter  Zusatz  von  metallischem  Quecksilber  usw.  bestimmt.
Bei  sandfreien  Moorböden  pflegen  2  g  der  lufttrocknen  Masse  für  die  Bestimmung
auszureichen,  bei  sandhaltigen  (anmoorigen)  Moorböden  wird  entsprechend  mehr  (5—10  g)
nötig  sein.  Das  Uberschäumen  im  Anfang  wird  durch  vorsichtiges  Erhitzen  und
Zusatz  eines  Körnchens  (stickstofffreien)  Paraffins  verhindert  (vergl.  auch  S.  37).
b)  Schwefel  und  Phosphor.  Die  Bestimmung  des  in  Form  von  Sulfiden  vorhandenen ­
  Schwefels  nach  dem  von  M.  Fleischer  angegebenen  Verfahren  ist  weiter
unten  S.  96  u.  ff.  behandelt.
Für  den  Gesamtschwefel  und  Gesamtphosphor  im  Moorboden  sind  die  bekannten ­
  Verfahren  anzuwenden  (siehe  Untersuchung  der  Pflanzenasche);  bei  kalkarmen ­
  Mooren  ist  vor  dem  Veraschen,  besonders  für  die  Bestimmung  des.  Schwefels,
der  Zusatz  basischer  Stoffe  (z.  B.  Soda)  erforderlich. 1 )
')  Vergl.  G.  Gundlach,  Journal  f.  Landwirtschaft  1892,  40,  223  und  G.  Schmoeger,
Landw.  Jahrbücher  1896,  25,  1047.
            
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