Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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Für  die  Gesamtgruppe  zeigt  sich  ein  starkes  Anwachsen  der  Spargelder; ­
  dagegen  ist  die  Bewegung  in  den  Untergruppen  eine  sehr  verschiedene.
Die  zwei  untersten  Gruppen,  die  kleinsten  Institute  umfassend,  weisen  eine
Abnahme  von  22,1  Milhonen  Franken  auf  19,7  Millionen  Franken,  resp.
von  34,3  Millionen  Franken  auf  32,9  Millionen  Franken  auf.  Einen  sehr
starken  absoluten  Zuwachs  weist  dagegen  Gruppe  III  auf,  deren  Spargelder
von  74,5  Millionen  Franken  auf  111,47  Milhonen  Franken  anstiegen.  Bedeutend ­
  ist  namentlich  die  prozentuale  Zunahme  für  die  Gruppe  IV,  wo
wir  nahezu  Verdoppelung  haben.  Dabei  ist  zu  beachten,  dass  Gruppe  I
diejenige  ist,  bei  der  auch  das  Aktienkapital  abgenommen  hat,  während
Gruppe  III  und  dann  namentlich  IV  auch  hier  ein  rasches  Ansteigen  aufweisen. ­
  Die  zwei  untersten  Gruppen  verheren  eben  im  Lauf  der  Jahre
beständig  gerade  die  emporstrebenden  Institute  an  die  beiden  obern
Gruppen.  Als  Tatsache  bleibt  somit  bestehen,  dass  die  Spargelder,  die
kleinern  Instituten  (mit  einem  Aktienkapital  unter  1  Million  Franken)
anvertraut  sind,  gegenüber  denjenigen  bei  grossem  Instituten  von  Jahr
zu  Jahr  mehr  zurücktreten.

Von  den  zu  den  Lokal-  und  Mittelbanken  gerechneten  Instituten
wiesen  für  1911  nach  ihrer  Bilanz  28  keine  Spargelder  unter  diesem  Namen
auf,  und  zwar  in:

Gruppe

33

I  .
II  .
III  .
IV  .

4  Banken

4
14
6

33

33

Zum  Grossteil  sind  es  mittlere  und  grössere  Handels-  und  Gewerbebanken, ­
  die  den  schon  am  Ort  bestehenden  Sparkassen  kerne  Konkurrenz
zu  machen  wünschten,  oder  die  auch  den  Betrieb  einer  Sparkasse  mit
ihrem  sonstigen  Geschäftsbetrieb  nicht  wohl  vereinbar  hielten.  Oder
endlich  sie  verzichteten  auf  eine  Betätigung  in  dieser  Richtung  oder  änderten
den  Namen,  weil  die  vom  betreffenden  Kanton  erlassenen  Spezialgesetze
über  das  Sparkassenwesen  ihnen  zu  lästig  waren.  Andere  Institute,  die  als
eigentliche  Leihkassen  gegründet  wurden  und  diesen  Charakter  und  Namen
beibehalten  haben  (Enge,  Neumünster),  verzichteten  ebenfalls  auf  die  Entgegennahme ­
  von  Spargeldern;  sie  beschaffen  sich  ihre  fremden  Gelder
durch  Annahme  von  Geldern  in  laufender  Rechnung  und  Ausgabe  verzinslicher ­
  Obligationen.  Die  Solothurnische  Leihkasse  endlich  steht  in  organischer ­
  Verbindung  mit  der  Erspamiskasse  der  Stadt.  Sie  bezweckt  in
erster  Linie,  die  Ersparniskasse  bezüglich  der  Anlage  ihrer  Gelder  zu
ergänzen  und  sieht  daher  vollständig  vom  Sparkassengeschäft  ab.
            
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