Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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ihrer  Isolierung  vor  Augen  führen.  So  suchte  sie  Anlehnung  an  eine  Grossbank ­
  und  fand  sie  durch  eine  Verbindung  mit  der  A.-G.  Leu  &  Co.,  die  ja
schon  bis  nach  Bern  vorgedrungen  war.  Auch  hier  bleibt  die  Selbständigkeit
der  Solothurner  Handelsbank  mit  ihrer  besondern  Organisation  für  die
.Befriedigung  der  lokalen  Bedürfnisse  erhalten.  Die  finanzielle  Beteiligung
der  A.-G.  Leu  &  Co.  wurde  so  durchgeführt,  dass  die  Solothurner  Handelsbank ­
  ihr  Kapital  um  500,000  Fr.,  die  von  Leu  &  Co.  übernommen  wurden,
erhöhte.  Daneben  setzte  sich  die  Zürcher  Bank  durch  Umtauschangebot
an  die  Aktionäre  in  den  Besitz  der  grösseren  Hälfte  des  Aktienkapitals
der  Solothurner  Handelsbank  ;  sie  besitzt  per  31.  Dezember  1913  von
4000  Aktien  deren  2819.
Soweit  die  tatsächlichen  Verhältnisse  und  die  bisherigen  Einwirkungen
der  Bankkonzentration  auf  die  Lokal-  und  Mittelbanken.
Bei  einer  Beurteilung  der  schweizerischen  Bankkonzentration ­
  dürfen  nicht  Urteile,  die  für  Deutschland  oder  Frankreich  Gültigkeit ­
  haben,  ohne  weiteres  auf  unsere  Verhältnisse  übertragen  werden.
Unsere  sog.  schweizerischen  Grossbanken  sind  bei  weitem  nicht  etwa  die
Depositenbanken,  zu  denen  sich  die  drei  grossen  französischen  Kreditinstitute ­
  (Credit  Lyonnais,  Societe  Generale,  Comptoir  National)  ausgewachsen ­
  haben;  sie  erfüllen  wohl  fast  allgemein  alle  die  Aufgaben,  die
z.  B.  gerade  in  Frankreich  den  grossen  Provinzbanken  zufallen.  Ja  sie  sind,
gemessen  mit  ausländischem  Masstab,  in  ihrer  Mehrzahl  eigentlich  nur  grosse
Regionalbanken.
Dennoch  ist  sicher  Tatsache,  dass  der  kleine  Gewerbetreibende,  der
Handwerker  und  der  Kleinhändler  bei  ihnen  nicht  immer  das  Interesse
findet,  das  er  sich  wünscht.  Dafür  haben  wir  in  der  Schweiz  aber  auch
unsere  zahlreichen  Kantonalbanken,  die  vielfach  eine  ihrer  Hauptaufgaben
darin  erblicken,  dem  kleinen  Manne  zu  dienen;  ausser  ihnen  existiert  die
Schweiz.  Volksbank,  die  mit  ihren  zahlreichen  Kreisbanken  sich  den  örtlichen
Verhältnissen  gut  anpassen  kann  und  die  eigentlich  eine  Organisation  von
Lokalbanken  darstellt.  Und  doch  ist  kein  Zweifel,  dass  die  Gegenden,  die
heute  potente  Lokalbanken  besitzen,  ein  grosses  Interesse  an  ihrem  Fortbestand ­
  haben  und  dass  weite  Kreise  jetzt  zur  vollen  Zufriedenheit  bei
dieser  Lokalbank  ihre  Kreditbedürfnisse  decken  können,  die  bei  einer  Grossbankfiliale ­
  wohl  nicht  das  gleiche  Verständnis  fänden.
So  ist  man  bemüht,  Wege  ausfindig  zu  machen,  die  eine  Weiterexistenz ­
  eines  gesunden  Mittelbankstandes  möglich  machen.
Dabei  ist  man  sich  in  ernsten  Kreisen  wohl  bewusst,  dass  es  sich  nicht
darum  handeln  kann,  ä  tout  prix  alle  bestehenden  kleinen  und  mittleren
Institute  am  Leben  zu  erhalten;  denn  es  kann  wohl  keinem  Zweifel  unter-
            
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