Object: Der Weg der Reparation

einigten Staaten von Amerika, sorgsam darauf bedacht, ihre eigene 
Industrie durch hohe Schutzzölle gegen die Unterbietung aus 
Ländern mit billigeren Arbeitskräften zu schützen. Eine solche 
Handelspolitik ist aber, wenn sie zum allgemeinen System erhoben 
wird, der ärgste Feind der Reparation, weil sie es Deutschland 
von vornherein unmöglich macht, durch Hebung seiner Ausfuhr 
die für den Transfer nötigen Devisen zu erwerben, 
In einer viel beachteten Ansprache an den Brüsseler Kongreß 
hat Stamp dieses Thema noch eindringlicher behandelt und 
folgende Lehren daraus gezogen: 
„Jeder Staat, dem daran liegt, im allgemeinen Interesse des 
Landes Reparation einzuziehen und damit die Steuerlast des 
Landes zu erleichtern, handelt verkehrt, wenn er zu gleicher Zeit 
versucht, die Grenzen gegen die Einfuhr von Waren aus dem 
Schuldnerland durch Schutzzölle und sonstige Schranken abzu- 
schließen. Das Interesse des ganzen Volkes an der Reparation 
ist nun einmal im Widerstreit mit dem Einzelinteresse der 
Industrien, die sich von der fremden Konkurrenz beeinträchtigt 
fühlen. Der Schuldner hat keine Wahl, Er kann seine Schuld nur 
durch den Ertrag seiner Ausfuhr begleichen. Je größer die Schuld, 
desto mehr muß er die Ausfuhr steigern, In dem Maße, wie seine 
Waren vom Weltmarkt ausgeschlossen werden, sinkt seine Fähig- 
keit, die Schuld zu bezahlen, Daher muß der Gläubiger zwischen 
zwei Dingen wählen, Entweder muß er seine Industrie schützen 
und auf Reparation verzichten, oder er muß, wenn er Reparation 
haben will, die Bedenken seiner Industrien zurückstellen,” 
Bei der Warnung allein läßt es Stamp nicht bewenden, Weil 
die Konkurrenz auf den Weltmärkten die deutsche Ausfuhr und 
damit die Reparation bedroht, suchte er nach Mitteln, der Kon- 
kurrenz aus dem Wege zu gehen, Er lehrt: 
„Wenn der Strom der Waren aus Deutschland durch die alten 
Kanäle fließt, die für ganz andere Verhältnisse bestimmt waren, 
wird er sie überfluten und zerstören, Man muß daher für den 
Abfluß der deutschen Waren neue Kanäle schaffen und für die 
Verwendung der deutschen Arbeit im Ausland neue Wege finden. 
Das ist nur möglich bei internationaler Zusammenarbeit nach einem 
DT «
	        
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