Full text: Berliner Banken

Die Wechselstuben. 
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lich einem ganz anderen Zweck als die Wechselstuben 
der Privatbankiers. Das Publikum hatte an und für 
sich schon mehr und mehr die Gewohnheit angenommen, 
seine Gelder den Banken anzuvertrauen. Diesem Hang 
kam zunächst die Deutsche Bank entgegen, die in den 
verschiedenen von der Geschäftswelt frequentierten Stadt 
vierteln Depositenkassen zu errichten begann. Zu einem 
Teil wirkte sie dadurch wohl erzieherisch auf die Geschäfts 
leute, die bisher auch große Kassabestände thesaurierten, 
sie unverzinslich in ihrem Geldschrank liegen ließen. 
Zum Teil aber nahm sie doch auch den Privatbankiers 
die bereits von ihnen zur rationellen Geldverwaltung 
erzogenen Kunden fort. Die Deutsche Bank fand bald 
Nachahmer, und aus dem eigentlichen Geschäftsviertel 
wandelten die Kassen bald weiter bis in die entferntesten 
Wohnquartiere und zogen überall, wohin sie kamen, 
nach und nach den kleinen Bankgeschäften den größten 
Teil ihrer Kundschaft ab. Natürlich handelten die 
Banken hier nicht aus menschenfteundlichen Beweg 
gründen. Für sie war der wesentlichste Ansporn, mög 
lichst viel Depositengelder zu bekommen. Unsere Banken 
pflegen einen so erheblichen Teil ihres Kapitals in der 
Gründung von Aktiengesellschaften und in sonstigen Be 
ieiligungen an industriellen Unternehmungen anzulegen, 
l>aß ihnen nicht allzuviel Gelder bleiben, um Kauf 
leuten und Industriellen Kredite zu geben. Deshalb 
^ird immer diejenige Bank die mächtigste sein, die die 
höchste Summe von Depositen auszuweisen hat. Diese 
Depositen werden sehr niedrig verzinst, da die Bank sich 
öen Einlegern gegenüber verpflichtet, sie jederzeit ohne 
Kündigung zurückzuzahlen. Anderseits aber rechnet die 
Bank damit, daß niemals die gesamte Summe der 
Depositen zurückverlangt wird, so daß sie die Gelder 
3u langfristigen Kreditgeschäften verwenden kann. Frei- 
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