—350 Einundzwanzigstes Buch. Zweites Kapitel.
Zeiten der großen Siege Morosinis. Im Jahre 1685 brach er
in den Peloponnes ein und eroberte ihn; und die nächsten
Jahre brachten den Zug gegen Athen mit der Beschießung der
Akropolis und die Ausfahrt gegen Negroponte. An alledem
nahmen Schulter an Schulter mit Italienern und Griechen
auch Deutsche hervorragend teil: Braunschweiger und Sachsen,
Schwaben und Hessen unter dem Grafen von Königsmark; und
erst als die Pest Königsmark hinweggerafft hatte, Ende 1688,
haben viele Deutsche den Kriegsschauplatz verlassen. Doch
auch nach dieser Zeit erfreute sich Venedig noch starker deutscher
Unterstützung zur Aufrechterhaltung seiner Eroberungen; selbst
noch in den letzten Kämpfen, die die Republik um sie führte,
wie sie freilich mit dem Verluste des Peloponneses endeten
(1718), hat ein Graf von der Schulenburg als venezianischer
Feldmarschall kommandiert!.
Der gewaltigste Vorstoß gegen die Türken nach dem
Entsatze von Wien aber erfolgte doch donauabwärts: und der
Sieg von Parkany, am 9. Oktober 1683, sowie die Eroberung
von Gran am 27. Oktober 1683 waren hier die ersten großen
Ereignisse des nun erst recht beginnenden Krieges. An ihnen
waren noch die Polen unter Sobieski beteiligt; doch mußten
sie schon bei Parkany von den Deutschen herausgehauen werden,
nachdem Sobieski bereits vorher durch übertriebenen Ehrgeiz
Anlaß zu mancherlei Mißhelligkeiten gegeben hatte: auch der
Umschwung vor Wien ist nicht in dem Grade von ihm allein
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aber sind die Polen von dem Kriegsschauplatze an der Donau
verschwunden, um von sich und von ihren Grenzen aus den
Kampf gegen die Türken aufzunehmen: und was im Zentrum
der Angriffe nunmehr gegen diese erfolgte, war von ietzt ab
deutsches Werk.
Da brachte denn, nach manchem Zögern und Ausweichen,
das Jahr 1686 den entscheidenden Fortschritt: die Einnahme
Ofens, des Hauptsitzes der türkischen Macht in Ungarn. Von
nun ab aber war kein Haltens mehr; voll sind die Jahre
S. unten S. 586.