Object : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs  Bank-  und  Finanzwirtschaft.

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Mit  einem  Schlage  vollkommen  verschwand,  eine  Erscheinung,  die  auch
in  den  anderen  Staaten  zu  bemerken  war.  In  Gold  entwickelte  sich
bereits  ein  Agio,  das  nach  französischen  Zeitungen  Ultimo  Juli  1—1  y 2  %
betragen  hatte.
Die  Notenbank  mußte  diesen  unerfreulichen  Erscheinungen  entgegentreten. ­
  Sie  war  für  den  berechtigten  Bedarf  des  Heeres  wohl  gerüstet ­
  und  auch  für  die  Thesaurierung  vorbereitet.  Dem  Streben  nach
Hartgeld  konnte  die  Bank  bereitwilligst  entgegenkommen,  indem  sie
dem  Verkehr  ihren  Silberbestand  zur  Verfügung  stellte.  In  kurzer  Zeit
setzte  die  Bank  die  Hälfte  ihres  Silberbestandes  ab.  Dieser  war  am
24.  Juli  639)6  Mill.  Frcs.
1.  Oktober  .  .  .  319,0  „  „
320,6  Mill.  Frcs.
Vor  dem  Kriege  war  der  hohe  Silberbestand  fest  bei  der  Notenbank
verankert,  da  das  silberne  Geldstück  nur  ungern  in  Zahlung  genommen
und  von  jedem  baldmöglichst  wieder  abgestoßen  wurde.  Nunmehr  konnte
das  stürmische  Verlangen  nach  Silber  nicht  schnell  genug  befriedigt
werden  und  es  wurde  nur  zu  gern  festgehalten.
Die  Thesaurierung  fand  keinen  Stillstand.  In  Ermangelung  des
Hartgeldes  wandte  sich  das  Volk  bald  den  Noten  zu  und  erfreute  sich
auch  hier  an  einer  ausgedehnten  Schatzanhäufung.  Über  die  Summen,
welche  die  tausenden  Einzelwirtschaften  aufgespeichert  haben  sollen,
sind  teilweise  recht  übertriebene  Schätzungen  gemacht  worden.  Wenn
von  ihnen  ein  Mittelwert  gezogen  werden  darf,  so  ist  die  Summe  von
rund  5  Milliarden  Gold,  Silber  und  Noten  nicht  zu  hoch  gegriffen.  Lansb
  u  r  g  h  nimmt  für  die  Gold-  und  Silberthesaurierung  einen  Betrag  von
2y 2 —3  Milliarden  Frcs.  an 1 ),  und  dürfte  der  Wirklichkeit  am  nächsten
kommen.  Die  thesaurierten  Notenmengen  werden  von  ihm  auf  etwa
3—4  Milliarden  Frcs.  veranschlagt.
Eine  Schatzanhäufung  in  diesem  Umfange  erforderte  eine  Ausfülhtng
  der  Lücken,  die  im  Zahlungsmechanismus  entstanden  waren.  Denn
im  großen  und  ganzen  kann  wohl  gesagt  werden,  daß  in  der  Zirkulation
kein  überflüssiges  Geld  steckt,  da  es  an  wirtschaftliche  Zwecke  gebunden
ist  und  einen  Uberschuß  von  selbst  zur  Notenbank  zurückwandern  läßt.
Wenn  auch  nicht  außer  acht  gelassen  werden  darf,  daß  in  vielen  Gebieten
der  Nationalwirtschaft  die  Geldbedürfnisse  sich  durch  den  Krieg  vermindert ­
  haben  —  es  brauchen  z.  B.  weniger  Gehälter  und  Löhne  gezahlt ­
  zu  werden,  Industrie  und  Handel  bedürfen  weniger  an  Umsatzmitteln, ­
  da  das  Geschäft  stockt  —,  so  erzeugte  die  schnell  und  gewaltig
um  sich  greifende  Thesaurierung  in  der  Geldzirkulation  dennoch  tiefe
Lücken.  Diese  konnte  die  Notenbank  nur  durch  ihre  Noten  ausfüllen.
Es  gehörte  mit  zu  den  Vorbereitungen  des  Krieges,  als  die  Bank  von
Frankreich  zur  rechten  Zeit  den  Generalrat  der  Bank  einen  Gesetzesantrag ­
  genehmigen  ließ,  wonach  20-  und  5-Frank-Notenabschnitte  emith

  „Bank“  8.  Heft,  August  1915,  S.  698.
            
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