Die Bachemschen Jugendschriften-Sammlungen.
Anfangs der 1890er Jahre nötigte Ueberarbeitung den ältesten
der Söhne Josef Bachems, Franz Xaver, sich auf einige Jahre
von manchem zu entlasten. Als die beiden Brüder Robert und
Fridolin sich in seine Arbeit teilten, fiel dem letzteren die Sorge
um den Buchverlag anheim. Mit tatkräftiger Unterstützung des
inzwischen zum Prokuristen aufgerückten ersten Verlagsgehilfen
Jean Schmitz nahm er mit Eifer den weiteren Ausbau des
Verlags in die Hand, und unter seiner Führung wurde der Grund
gelegt zu den verschiedenen Sammlungen der Jugendschriften
der Firma.
Ueber die Anforderungen, die man an gesunden Jugend
lesestoff stellen müsse, bereitete sich damals ein Umschwung vor.
Die vorhergehende Generation hatte sich einerseitsan den schlimmen
Indianergeschichten ergötzt, die in bunten schreienden Umschlägen
phantasievergiftende Mordgeschichten boten, andererseits an den
romantischen Erzählungen von Herchenbach, Christoph von
Schmid erfreut, die von Wirklichkeitsschilderungen weit entfernt
waren. An ihre Stelle traten nun die geschichtlichen Erzählungen
des Bachemschen Verlags. Einige Jahre später sollten die von
dem Hamburger Lehrerverein hervorgerufenen grundsätzlichen
Erörterungen über die Jugendschriftenliteratur einen langen Streit
darüber einleiten.
Als einen Glücksfall betrachtete es Fridolin Bachem, als ihm
1894 von dem Lehrer Rob. Münchgesang in Hückeswagen eine
Jugendschrift „Spartacus der Sklaven-Feldherr“ angeboten wurde,
die, einen Stoff aus dem alten Rom behandelnd, nach dem Urteil
des Verlegers der richtige Lesestoff für die Jugend war. Er nahm
sie nicht allein sofort an, sondern entwarf einen Plan, nach dem
er Münchgesang mit der Abfassung einer ganzen Reihe zeitlich
fortschreitender Geschichtserzählungen beauftragte. So entstanden
die ersten Bände von „BachemsneuenillustriertenJugend-
schriften“, von denen drei bereits auf dem Weihnachtstisch
des Jahres 1895 lagen. Nun erschienen in jedem der folgenden
Jahre bis 1907 durchschnittlich drei neue Bände, von der jugend
lichen Leserschaft stets willkommen geheißen, so daß in dem ge
nannten Jahre 38 Vorlagen, von denen fast die Hälfte der fleißigen