Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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Feder Münchgesangs entstammten. Weiterhin machten sich noch 
Rektor Cüppers in Ratingen und Lehrer Ad. Holdschmidt 
in Duisburg-Meiderich um die Sammlung besonders verdient. 
Es lag nun nahe, in ähnlicher Weise für die weibliche Jugend 
zu sorgen, und hier war es Frau Maria Schmitz (geb. 1858 
als Tochter des Gymnasialdirektors Köhler) in Aachen, die unter 
dem zweiten Decknamen (den ersten: Fabri de Fabris haben wir 
schon kennen gelernt) AngelikaHarten, auf des Verlegers An 
regung mit einem Bande „Aus Wildfangs Kinderjahren“ 1896 den 
Reigen eröffnete. Bald fügte sie dem Erstling noch mehrere Bände 
mit Schilderungen aus Wildfangs Entwicklung zu und lieferte auch 
noch eine ganze Reihe weiterer Beiträge. Besonders auf dem 
Gebiete des Kunstmärchens leistete die phantasiebegabte Schrift 
stellerin Uebergewöhnliches. 
Nachdem mit solchen Unternehmungen einmal begonnen ist, 
pflegen die Anerbietungen sich bald einzustellen und auch hier war 
rasch ein reichliches Angebot anderer Verfasserinnen zur Stelle, 
die in gleichem Sinne Beiträge beisteuerten, so daß die Bücherei 
»Bachems illustrierte Erzählungen für Mädchen“ 
rasch anwuchs und nach zehn Jahren (bis 1915) 33 Bände zählte. 
Hatte der Verlag auf diese Weise den Bedürfnissen großer 
katholischer Kreise für den Nachwuchs entsprochen, so blieb 
noch die Berücksichtigung der geldlich ungünstiger gestellten 
Volksmasse, die für den Band nicht M. 3 bzw. 2.50 auszugeben 
in der Lage war. Dahingehende Erwägungen führten zur Gründung 
der Sammlung „BachemsVolks-undJugenderzählunge n“, 
von denen das schmucke illustrierte Bändchen zu M. 1.20 ver 
kauft wurde. Eröffnet wurde diese Reihe 1897 mit dem früheren 
Verlagswerke Clara Maitland, Erzählung aus dem Leben eines 
jungen Mädchens, Heinr. Keiters Erzählung „Aus dornenreicher 
Jugendzeit“ und drei Erzählungen Lorenz Heitzers, der in der 
Folgezeit noch oft in der Sammlung erschien. Sie brachte es, 
von vielen Verfassern unterstützt, bis 1917 auf die höchste Zahl 
von Bändchen, nämlich 77. 
Für beide Geschlechter bestimmt war eine neue Sammlung 
von Jugend- und Volksschriften, die 1909 unter dem Titel „Aus 
allen Zeiten und Ländern“ zu erscheinen begann. Es sind 
Erzählungen aus dem Mittelalter, der neuen und neuesten Zeit 
mit geschichtlichem und kulturgeschichtlichem Hintergründe; auch 
diese Reihe brachte es bis zum Kriegsjahre 1914 auf 21 Bände
	        
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