Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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gesonderten  Papiere  in  54  Paketen.  Ein  Paket  war  ohne  jede  Bezeichnung, ­
  ein  anderes  trug  die  Chiffre  F.  F.  Fritzlar  A.  B.  C.  et  D.,
ein  drittes  war  versiegelt  und  enthielt  die  Vollmachten  zur  Übertragung ­
  der  Fondoner  Stocks.  Sechs  Pakete  enthielten  Staatspapiere
der  Gräfin  Schlotheim  und  der  unrechtmäßigen  Kinder  Wilhelms  1.,
der  Hessenstein,  Heimrodt  und  Haynau.  Die  Unterpfänder  von
Meyer  Amschel  Rothschild,  Michel  Simon  und  Herz  Meyer,  die
inzwischen  Eigentum  des  Kurfürsten  geworden  waren,  machten
elf  Pakete  aus.  Den  fürstlichen  Kassen  kamen  fünf  Päcke  mit
Obligationen  und  29  Päcke  mit  Zinskupons  zu.  Soweit  die  beiden
letzten  Kategorien  genauere  Inhaltsangaben  aufweisen,  enthielten
sie  445  Obligationen,  1177  Kuponbogen  und  778  einzelne  Kupons.
In  der  Hauptsache  waren  dies  darmstädtische,  dänische,  landständisch-baierische
  und  kaiserlich  königlich  holländische  Papiere.
Alles  wurde  in  zwei  Partien  am  3.  und  6.  Dezember  nach  Kassel
gebracht.  Mensing  selbst  leitete  die  Transporte.  Er  packte  die
meisten  Pakete  in  Säcke  und  füllte  diese  mit  Hafer  auf.  Am  Tor
gab  er  an,  daß  der  Hafer  dem  Rat  Beermann  zukomme,  wurde
durchgelassen  und  brachte  abends  um  10  Uhr  alles  in  Lenneps
Wohnung.  Lennep  verwahrte  die  Objekte  an  verschiedenen  sicheren
Orten 71 .
Der  dritte  Transport  ging  zum  Messinghammer.  Er  umfaßte
die  neun  Kisten  oder  Koffer  —  vier  vom  Schloß  Wilhelmshöhe  und
fünf  von  der  Löwenburg  —  mit  dem  Porzellan,  dem  Tafelleinen  und
den  Kleidern  der  Reichsgräfin  von  Schlotheim,  außerdem  den  eisenbeschlagenen ­
  Koffer  mit  den  Staatspapieren  ihrer  Schwester,  der
Frau  Majorin  von  Thümmel.  Durch  Verrat  gelangten  diese  Kisten  in
das  Kasseler  Schloß,  wurden  aber,  da  sie  Privateigentum  enthielten,
vom  Gouverneur  wieder  herausgegeben 72 .
Der  vierte  Transport  umfaßte  ebenfalls  zehn  Kisten.  Die  Hälfte
derselben  enthielt  vorzugsweise  Kupons,  ein  großer  Kasten  das  Silber
aus'dem  Bellevueschloß,  zwei  Kasten  Pretiosen  des  Kurfürsten,
einer  Akten  aus  dem  Geheimen  Kabinettsarchiv  und  einer  Manualien
vom  Kriegszahlamt.  Am  8.  Dezember  gingen  die  Kisten  ab  und
gelangten  als  angebliche  Güter  der  Firma  Thorbecke  auf  dem  Weg
über  Witzenhausen  und  Hedemünden  in  das  Thorbeckesche  Lagerhaus ­
  zu  Münden.  Die  beiden  Kisten  mit  Pretiosen  wurden  im
März  1807  durch  Lennep  persönlich  dem  Kurfürsten  überbracht 73 .
Die  übrigen  Kisten  gingen  Anfang  Februar  von  Münden  nach  Soden
            
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