Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

136 
Die Buchdrucker- und Buchhändler-Signete haben sich wahr 
scheinlich aus den Hausmarken entwickelt. Diese galten an 
Häusern und auch an beweglichen Gegenständen als Eigentums 
zeichen. Wir lesen z. B., daß die Kölner, nachdem sie dem Erz 
bischof Engelbert II. 1262 den befestigten Bayenturm abgenommen 
hatten, sofort an allen vier Seiten das Stadtwappen anbringen 
ließen, zum Zeichen, daß der Turm nun städtisches Eigentum sei. 
Diese Bedeutung der Hausmarken ist, wie man sagt, auf die 
Drucker- und Verlagszeichen insofern übertragen worden, als 
sie, wenigstens in der ersten Zeit, den Ursprung der Bücher be 
kunden sollten. Besonders waren sie für solche Bücher von Be 
deutung, denen Drucker- und Verlegernamen nicht aufgedruckt sind. 
Das Signet ist so alt wie die Druckkunst selbst. Schon von 
Fust und Schöffer ist das Druckerzeichen bekannt; es erscheint 
in den ersten Zeiten, als die Bücher noch keine Titelblätter hatten, 
am Schluß der Werke. Von der Mitte des 16. Jahrhunderts ab 
beobachtet man häufig das Verlagssignet vorn, die Druckermarke 
am Schluß des Buches. In Köln hat der berühmte Künstler des 
Holzschnitts Anton Woensam, der zu Anfang des 16. Jahrhunderts 
nach Köln kam, den Verlegern ihre schönen Signete geschaffen. 
Sonderbar ist freilich, daß mehrere Signete für ein und denselben 
Drucker in Köln im Gebrauch waren. Damals, im 17. Jahrhundert, 
hatten sie also ihre ursprüngliche Bedeutung verloren und dienten 
nur mehr als Zierat. Oft freilich waren es redende Druckerwappen. 
So hatte z. B. der Kölner Drucker Birkmann, der Unter Fetten Hennen 
wohnte, eine Birke und eine Henne in verschiedenen Signeten. 
Im gleichen Jahre 1879 tritt zum erstenmal in den aus der 
Druckerei hervorgehenden Verlagswerken das Druckersignet auf. 
Während das Verlegerzeichen auf dem Titel erscheint, steht das 
Druckerzeichen auf dessen Rückseite mit der Nummer der Druck 
sache des Jahres. Die beiden letzten Ziffern dieser Zahl be 
zeichnen das Druckjahr.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.