Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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Die  Buchdrucker-  und  Buchhändler-Signete  haben  sich  wahrscheinlich ­
  aus  den  Hausmarken  entwickelt.  Diese  galten  an
Häusern  und  auch  an  beweglichen  Gegenständen  als  Eigentumszeichen. ­
  Wir  lesen  z.  B.,  daß  die  Kölner,  nachdem  sie  dem  Erzbischof ­
  Engelbert  II.  1262  den  befestigten  Bayenturm  abgenommen
hatten,  sofort  an  allen  vier  Seiten  das  Stadtwappen  anbringen
ließen,  zum  Zeichen,  daß  der  Turm  nun  städtisches  Eigentum  sei.
Diese  Bedeutung  der  Hausmarken  ist,  wie  man  sagt,  auf  die
Drucker-  und  Verlagszeichen  insofern  übertragen  worden,  als
sie,  wenigstens  in  der  ersten  Zeit,  den  Ursprung  der  Bücher  bekunden ­
  sollten.  Besonders  waren  sie  für  solche  Bücher  von  Bedeutung, ­
  denen  Drucker-  und  Verlegernamen  nicht  aufgedruckt  sind.
Das  Signet  ist  so  alt  wie  die  Druckkunst  selbst.  Schon  von
Fust  und  Schöffer  ist  das  Druckerzeichen  bekannt;  es  erscheint
in  den  ersten  Zeiten,  als  die  Bücher  noch  keine  Titelblätter  hatten,
am  Schluß  der  Werke.  Von  der  Mitte  des  16.  Jahrhunderts  ab
beobachtet  man  häufig  das  Verlagssignet  vorn,  die  Druckermarke
am  Schluß  des  Buches.  In  Köln  hat  der  berühmte  Künstler  des
Holzschnitts  Anton  Woensam,  der  zu  Anfang  des  16.  Jahrhunderts
nach  Köln  kam,  den  Verlegern  ihre  schönen  Signete  geschaffen.
Sonderbar  ist  freilich,  daß  mehrere  Signete  für  ein  und  denselben
Drucker  in  Köln  im  Gebrauch  waren.  Damals,  im  17.  Jahrhundert,
hatten  sie  also  ihre  ursprüngliche  Bedeutung  verloren  und  dienten
nur  mehr  als  Zierat.  Oft  freilich  waren  es  redende  Druckerwappen.
So  hatte  z.  B.  der  Kölner  Drucker  Birkmann,  der  Unter  Fetten  Hennen
wohnte,  eine  Birke  und  eine  Henne  in  verschiedenen  Signeten.
Im  gleichen  Jahre  1879  tritt  zum  erstenmal  in  den  aus  der
Druckerei  hervorgehenden  Verlagswerken  das  Druckersignet  auf.
Während  das  Verlegerzeichen  auf  dem  Titel  erscheint,  steht  das
Druckerzeichen  auf  dessen  Rückseite  mit  der  Nummer  der  Drucksache ­
  des  Jahres.  Die  beiden  letzten  Ziffern  dieser  Zahl  bezeichnen ­
  das  Druckjahr.
            
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