Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

III 
Die Druckerei J. P. Bachem 1818 bis 1918. 
ijie „Cronica van der billiger Stat van Coellen“ von 1499 
behauptet, daß die um die Mitte des 15. Jahrhunderts 
von Mainz sich in Deutschland ausbreitende Kunst 
Gutenbergs mit dem Meister Ulrich Zell „zu allererst 
nach Köln gekommen“ sei. Das ist freilich ein Irrtum, 
aber immerhin kann die Stadt die fünfte, vielleicht auch die vierte 
Stelle unter den frühesten Druckorten der Welt beanspruchen. 
Der erste mit einer Jahreszahl versehene Druck Zells stammt 
aus 1466, und die Zahl der in Köln in der nächsten Zeit tätigen 
Pressen wächst in erstaunlichem Maße. 
Ueber das Aussehen der Gutenbergschen Druckerpresse sind 
wir nicht genau unterrichtet. Die älteste Abbildung einer solchen 
Presse erscheint im Jahre 1498 in Gestalt des Druckerzeichens des 
Pariser Buchdruckers Jodocus Radius. Wir sehen dort ein Gestell 
aus zwei senkrechten Balken, die durch einen oberen Querbalken 
verbunden sind. Zwischen den senkrechten Balken befindet sich 
ein Tisch mit dem Drucksatz, auf den eine andere Fläche mittels 
einer durch den Querbalken gehenden Spindel herabgedreht 
werden kann. Der Drucksatz wird mit Korbbällen eingeschwärzt, 
ein Bogen Papier darauf gelegt und dieser dann mittels der herab 
gehenden Fläche auf den Satz angedrückt, so daß ein Abdruck 
entsteht. In dieser Weise wurde im wesentlichen vier und ein 
halbes Jahrhundert lang gedruckt und auch die hölzerne Drucker 
presse, die Johann Peter Bachem 1818 von der Buchdruckerei 
Thiriart et Comp, kaufte 50 und in seinem Hause Hohestraße 133 
aufstellte, wird im wesentlichen eine solche Handdruckpresse 
gewesen sein.
	        
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