Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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Umsicht  und  Gewandtheit.  Das  Reißen  des  Rollen-Papiers,  das
nicht  immer  gleichmäßig  beschaffen  ist,  ist  eine  der  häufigsten
Plagen  des  Druckers.
Die  Einführung  der  Rotationsdruckerei  brachte  wieder  erhöhte
Anforderungen  an  die  Raumverhältnisse  mit  sich.  Für  die  S  t  e  r  e  otypie
  waren  helle  und  luftige  Räume  im  Untergeschoß  notwendig.
Aber  auch  die  Setzer-  Druckerei-  und  Schriftleitungsräume  erheischten ­
  dringend  Erweiterung.  Deshalb  kaufte  Josef  Bachem  am
30.  September  1887  das  Engelssche  Nachbarhaus  Bahjnhofstraße
  3  an,  dessen  Vorderhaus  vom  Mai  1889  bis  August  1890  in
seinen  beiden  untersten  Geschossen  zu  Büroräumen  der  Akzidenz-Buch-
  und  Kunstdruckerei,  in  seinen  Obergeschossen  zur  Erweiterung ­
  der  Zeitungssetzerei  und  Buchbinderei  umgebaut  wurde.  Nach
hinten  nahm  ein  viergeschossiger  Anbau  im  Erdgeschoß  und  ersten
Stockwerk  Maschinensäle,  in  den  beiden  Obergeschossen  zwei
Werksetzersäle  auf.  Der  Oberlichtsaal  war  schon  im  Jahre
1886  vergrößert  worden,  und  nun  konnte  |auch  die  Stereotypie
in  einen  größeren  und  luftigeren  Raum  auf  dem  ersten  Stock  des
alten  Querflügels  unter  der  Zeitungssetzerei  verlegt  und  maschinell
vervollkommnet  werden.
Das  Eckhaus  Bahnhofstraße  und  Marzellenstraße  erhielt  gleichzeitig ­
  (1889)  ein  drittes  Stockwerk,  in  das  die  Schriftleiter  der
Blätter  am  10.  Februar  1890  einzogen.  Im  Erdgeschoß  konnte  am
8.  November  desselben  Jahres  ein  modern  eingerichteter  Annahmesaal ­
  mit  fünf  Schaltern  für  die  Zeitung  eröffnet  werden,  und  vom
1.  Januar  1891  bot  ein  sog.  Freisaal  Gelegenheit  zum  Lesen,
Schreiben  und  Nachschlagen  in  Adreß-  und  sonstigen  Auskunftsbüchern. ­
  Das  erste  Stockwerk  gab  [einem  großen  Raum  der
Buchverlagsabteilung  Unterkunft.
Nach  Vollendung  dieser  durchgreifenden  Umgestaltung  konnten
1890  'nicht  nur  eine  zweite,  besonders  für  den  Local-Anzeiger
bestimmte  Rotationsmaschine  aus  der  Maschinenfabrik
König  &  Bauer  untergebracht,  sondern  auch  für  die  Akzidenzdruckerei ­
  in  den  Jahren  1891,  93,  96  je  eine  Johannisberger
Schnellpresse  und  1894  und  96  je  eine  große  Tiegeldruckpresse
von  Rockstroh  &  Schneider  aufgestellt  werden.  Ein  zweiter
liegender  Röhrendampfkessel 6S  und  eine  zweite  25  pferdige  stehende
Dampfmaschine  erhöhten  die  Betriebskraft.  Durch  die  Aufstellung ­
  der  zweiten  Rotationsmaschine  wurde  die  bisher  als
Reserve  für  die  Zeitung  belassene  vierfache  Flachdruckmaschine
            
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