wurde Anfang 1893 eine Gelegenheit benutzt, ganz in der Nähe
der alten Stelle zwischen Hauptpost und Hauptbahnhof ein über
1000 qm großes Grundstück Marzellenstr. 35 zu erwerben. Im
Laufe der nächsten Jahre, bis 1899, wurden noch die Häuser
Nr. 37, 39, 41, 43 hinzugekauft. Zur Ausführung des Neubaues
konnte geschritten werden, nachdem das an den Hofraum anstoßende
Schulgrundstück Ursulastraße Nr. 3 und 11 im Dezember 1898
von der stadtkölnischen Verwaltung im Umtausch gegen ein
zweieinhalbmal so großes Grundstück an der Machabäerstraße
und gegen bedeutende bare Zahlung erworben worden war. Die
ganzen zur Verfügung stehenden Grundstücke waren 2660 qm groß.
Am 15. Juni 1899 begann man mit dem Abbruch der genannten
fünf Häuser an der Marzellenstraße 35 bis 43, und am Samstag
den 29. Juli geschah der erste Spatenstich zu dem Neubau, zu
dem Regierungsbaumeister H. Krings nach den Unterlagen von
Fridolin Bachem die Pläne entworfen hatte. Die Bauausführung
übernahm Architekt Willi. Asbach. Der Neubau stellte an die
Arbeitskraft Fridolin Bachems, die durch den Druckereibetrieb
sowieso schon übrig genug in Anspruch genommen war, außer
ordentliche Anforderungen, da ja auch weitausschauend der Neu
bau für viele Jahre dem stark aufstrebenden Geschäfte ein Heim
werden sollte. Dank der großen Umsicht und unermüdlichen
Arbeitskraft Fridolin Bacheras war der Bau am 2. November
1900 so weit gefördert, daß die Schriftleitungen der KV und des
LA, Setzerei, Druckerei und Verlagsgeschüftsraum der beiden
Blätter in den fünfgeschossigen Hinterbau einziehen konnten, wo
der anstoßende Hof der Hauptposthalterei die günstigsten Licht
verhältnisse verbürgte. Das Abendblatt dieses Tages wurde noch
im alten Hause hergestellt, während die Morgenausgabe von
Samstag den 3. November schon im Neubau redigiert, gesetzt,
stereotypiert und gedruckt wurde.
Die Geschäftsstellen der Zeitungen blieben noch bis zum
9. Februar 1901 in dem alten Hause, an welchem Tage sie den
Vorderbau des neuen Hauses mit dem dreifach vergrößerten
Freisaal bezogen. Dann nahmen die Drucksachen-Annahme,
der Buchverlag und der Handverkauf der Verlagsbuchhandlung
sowie die Hauptkasse im Herbst des Jahres Besitz von dem nördlichen
Teile des Vorderbaues, der am 10. November besetzt war. Im
Herbst 1901 siedelten außerdem die Akzidenz- und Werk-Druckerei,
sowie die Buchbinderei in den Nordflügel über, wo Säle von