Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

etwa je 400 qm Flächeninhalt eine übersichtliche Aufstellung von 
Maschinen, Regalen und Arbeitstischen gestattete. Der Bau auf 
dem Grundstück des anstoßenden Hauses Ursulastr. 3 konnte 
erst im Herbst 1901 fertiggestellt werden, weil zuvor die Ersatz 
schule errichtet werden mußte. 
Der Neubau Marzellenstraße 35—43. 
Die Schauseite des dreigeschossigen gotischen Baus wurde in Heil- 
bronner Sandstein mit Tuffblendung in den Formen des altkölnischen 
Uebergangsstils ausgeführt. Die Außenfront zieren Standbilder des h. Josef, 
des Namenspatrons des Gründers der KV, ferner solche von Johann Guten 
berg, dem Erfinder der Buchdruckerkunst, und Ulrich Zell, dem ersten 
Kölner Buchdrucker, schließlich die Wappen der Familie Bachem, der 
Buchdruckerkunst usw. 
Die Größe des Grundstücks erlaubte die Anlage eines geräumigen 
Binnenhofs zur Belichtung, aut dem sieh der 31 m hohe Kamin erhebt. 
Darunter bieten zwei Kellergeschosse Lagerräume für Rollen- und Flach 
druckpapiere sowie für Zeitungen und Verlagsbücher. Lichtschächte im 
Binnenhofe versorgen beide Keller mit Tageslicht. 
Im Straßenflügel wurden die Geschäftsstellen der Zeitungen, 
der Verlagsabteilung und der Akzidenz- Buch- und Kunstdruckerei unter 
gebracht. 
Die D ampfkraftanlage, bestehend aus zwei Cornwallkesseln von 
Je 65 qm Heizfläche, fand unter dem Binnenhofe ihren Platz, daneben 
sehr geräumige Kohlenbunker, die vom Hof aus gefüllt werden. Um die 
Nachbarschaft vor Ruß- und Flugaschebelästigung zu schützen, ist der 
Schornstein mit den Dampfkesseln durch einen 15 m langen, 2 m hohen 
un d 1,2 m breiten Fuchs mit Querschotten als Rauchfang verbunden. Die 
von der Maschinenbauanstalt Humboldt gelieferte hundertpferdige Ver 
bundmaschine mit Ventilsteuerung und Kondensation hat neben den Dampf 
kesseln ihren Platz im Mittelpunkt der ganzen Gebäudeanlage erhalten. 
Bie von der Elektrizitäts-A.-Ges. Helios in Köln-Ehrenfeld umgebaute 
und erweiterte elektrische Station bestand außer den drei im alten 
Sau tätigen Siemens & Halske-Dynamomaschinen von 180, 68 und 64 
Ampere aus einer neuen Helios-Maschine mit 200 Ampere; sie speicherte 
den Tageskraftüberschuß der Dampfmaschine in zwei Akkumulatoren- 
Batterien für die Abendstunden auf. 
Das Erdgeschoß des West flügels (Zeitungsdruckerei) beherbergte 
den geräumigen Rotationsmaschinen- und den daneben gelegenen Ver 
sendungssaal; darüber befanden sieh die Stereotypie und das Zimmer 
des Oberfaktors bezw. die technische Betriebsleitung, der kauf- 
umnnische Betrieb der Druckerei, Zimmer des Krankenkassenführers
	        
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