Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

ruhte, den gesamten Antrieb für die Rotationsdruckerei über 
nehmen konnte. 
Der schnell wachsende Umfang der KV bedingte ausgedehntere 
Arbeitsräume. Im Jahre 1909 entschloß sich die Firma zum An 
kauf des 561 qm großen Betzlerschen Grundstückes Marzellen 
straße 31/33. Die Hintergebäude des Betzlerschen Hauses wurden 
mit dem Westflügel der Druckerei verbunden. Die Keller waren 
willkommene Lager für eine notwendige Vergrößerung des 
Zeitungspapier-Rollenlagers. Das Erdgeschoß erhielt eine Hof 
überdachung und wurde zum neuen Zeitungs-Versendungsraum. 
Der erste Stock wurde zu Kontorzwecken eingerichtet, während 
das zweite, sehr hohe Stockwerk zu einem 70 qm großen zeit 
gemäß ausgestatteten S i t z u n g s s a a 1 für die regelmäßig wöchent 
lich stattfindende Redaktions-Konferenz usw. umgewandelt wurde. 
Die Rotationsdruckerei folgte durch weitere Einstellung von 
Druckmaschinen dem schnellen Aufschwung der Kölnischen 
Volkszeitung und des Kölner Local-Anzeigers. In den Jahren 
1907 und 1909 wurden je eine Vierseiten-Maschine für die KV, 
in den Jahren 1909 und 1911 je eine Pony-Zwillingsmaschine 
für den LA, alle von Koenig und Bauer, geliefert, so daß der 
Rotationsbetrieb der Firma jetzt aus fünf einfachen und drei 
Zwillingsmaschinen besteht. Eine weitere einfache Vierseiten- 
Maschine für die KV befindet sich bei der genannten Firma noch 
im Bau. 
Diese kaum vorherzusehende rasche Ausdehnung der Zeitungs 
druckerei stellte an den Kraftbetrieb große Anforderungen. Man 
schritt daher zur Anschaffung einer weitern großen Dampf 
maschine. Deren Aufstellung bedingte sehr schwierige Vor 
arbeiten. Der Grundstein zum Unterbau der Maschine konnte 
gerade in dem Augenblick gelegt werden, als Kaiser Wilhelm II. 
am 22. Mai 1911 unter dem Geläute der Kirchenglocken zur 
Einweihung der Hohenzollernbrücke der Stadt Köln einen Besuch 
abstattete. Am 13. Oktober 1911 wurde die von der Maschinen 
fabrik Gebrüder Sulzer in Ludwigshafen gelieferte 170 PS-Maschine 
dem Betrieb übergeben, womit die gesamte Kraftanlage auf 
350 PS gebracht wurde. 
Diese neue starke Kraftquelle bot Gelegenheit, die Erzeugung 
der Elektrizität ebenfalls zu erweitern. Den bereits stehenden 
vier Dynamos mit zusammen etwa 730 Amp. Erzeugung ward 
eine neue 600 Amp. Dynamomaschine zugefügt, nebst der
	        
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