Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Schaltanlage  von  der  Firma  Geist,  Köln-Zollstock,  geliefert.
Jetzt  war  der  Betrieb  derart  eingerichtet,  daß  eine  dreifache
Sicherheit  vorhanden  war  sowohl  für  die  Zeitungs-  als  auch
für  die  Werk-  und  Akzidenz-Abteilung.  Im  Laufe  der  Jahre  hat
sich  mehrfach  gezeigt,  wie  wichtig  für  einen  großen  Zeitungsbetrieb ­
  solche  Sicherheiten  sind,  um  auf  alle  Fälle  das  rechtzeitige ­
  Erscheinen  der  Zeitungen  zu  ermöglichen.
Zu  diesen  Sicherheiten  gehörte  auch  die  Anpassung  der
Zeitungssetzerei  an  die  vermehrten  Ansprüche  der  Zeitungsleser.
Wenn  bis  dahin  die  Setzmaschine  im  Zeitungsbetriebe  der
Firma  nicht  eingeführt  war,  so  war  dies  hauptsächlich  aus
sozialen  Rücksichten  geschehen,  um  den  Handsetzern  den  Lebensunterhalt ­
  durch  Fortnahme  der  Arbeit  nicht  zu  erschweren.
Die  von  Jahr  zu  Jahr  auf  einen  kürzern  Zeitraum  zusammengedrängte ­
  tägliche  Satzleistung  ließ  jedoch  im  Jahre  1911  die
Durchführung  des  erwähnten  Grundsatzes  nicht  länger  zu.  Zunächst ­
  gelangten  drei  Ideal-Setzmaschinen  der  Mergenthaler
Setzmaschinenfabrik  zur  Aufstellung,  die  aber  nach  einigen
Monaten  gegen  drei  Doppelmagazin-Zweibuchstaben-Maschinen
derselben  Fabrik  umgetauscht  wurden.  Eine  Entlassung  von
Handsetzern  wurde  vermieden.  Die  Zeitungssetzerei  war  nun
in  der  Lage,  die  Satzformen  in  kürzerer  Zeit  fertig  zu  stellen
und  so  noch  manche  für  die  Leser  wertvolle  Nachricht  im
letzten  Augenblick  aufnehmen  zu  können.
Der  Stereotypi{e  konnte  durch  die  Verlegung  von  Kontorräumen ­
  in  den  Betzlerschen  Hinterbau  ein  größerer  Raum  geschaffen ­
  werden,  um  die'  Aufstellung  von'  Hilfsmaschinen  zu
ermöglichen  und  den  Arbeitern  eine  luftige  gesunde  Arbeitsstätte
zu  sichern.  Die  bisher  mit  der  Hand  besorgte  Bearbeitung  der
Stereotypplatten  wurde  drei  Fräsmaschinen  übertragen.  Dann
folgten  Kalander,  Flachfräsmaschinen  u.  a.  Gut  geschultes  Personal ­
  führt  sicher  und  schnell  die  Arbeiten  aus,  so  daß  auch
diese  Abteilung  sich  dem  auf  äußerste  Zeitausnutzung  eingestellten
Zeitungsbetriebe  voll  anpaßt.
Gleichen  Schritt  mit  der  Ausdehnung  des  Zeitungsbetriebes
hielt  auch  die  Akzidenz-  und  Bücherdruck-Abteilung.
Erstere  machte  sich  die  Fortschritte  in  der  modernen  Kunstrichtung ­
  schnell  zu  Nutze  und  sicherte  ihren  alten  Ruf  als
Kunststätte.  Die  aus  dieser  Abteilung  hervorgegangenen  Arbeiten
waren  vielfach  tonangebend  für  die  Buchdruckerwelt.  Namentlich
            
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