Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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Legion habe ich den Feldzug von 1813 und 18m zuerst unter dem 
Oberbefehle des Kaiserlich-Russischen Generals von Tettenborn, 
dann des Königlich-Großbritannischen Generals Grafen von Wall 
moden, von welch’ letzterem ich auch im September 1813 zum 
Leutnant der Fußartillerie befördert worden bin, mitgemacht, bis 
die Wiederkehr des Friedens meine Verbindlichkeiten aufhob.“ 
Das war im August 1814 der Fall gewesen, und Johann Peter 
Bachem wandte sich dann wieder nach Köln zurück, wo er, 
nachdem seine Hoffnung, ein Amt in der Verwaltung dieser Stadt 
zu finden, sich als trügerisch erwiesen hatte, seine Kenntnisse 
im Buchhandel zu verwerten beschloß. 
Seine Freundschaft mit Markus Du Mont 2 , der von den 
Schaubergschen Erben im Jahre 1805 deren Druckerei mit dem 
Verlag der Kölnischen Zeitung gekauft hatte, sollte ihm die 
Erfüllung seiner Wünsche bringen. DuMont wollte den genannten 
Unternehmungen eine Buchhandlung und einen Buchverlag an 
gliedern und suchte hierfür, da ihm selbst als Jurist die nötige 
Vorbildung fehlte, einen sachverständigen Gesellschafter. Er fand 
ihn in Johann Peter Bachem, und im Februar 1815 teilten beide 
dem Publikum die Gründung der „DuMont-Bachemschen 
Buchhandlung“ mit, die in dem Hause Brückenstraße Nr. 4585 
(jetzt Nr. 8), untergebracht ward. Mit folgendem Rundschreiben 
setzten sie das Publikum von der Gründung ihres Geschäftes in 
Kenntnis. Köln, im Februar 1815. 
Wir zeigen einem geehrten Publicum an, daß wir unter der Firma 
DuMont-Bachem’sche Buchhandlung eine Buchhandlung in Köln 
eröffnet haben. Der Zeitpunkt der Wiedergeburt unseres Vaterlandes 
schien uns sehr passend, ein Institut zu begründen, welches die Ver 
breitung der Kultur im allgemeinen und insbesondere die Belebung des 
Geistesverkehrs mit den Ländern, denen das Band gemeinsamer Deutsch- 
heit uns wieder anknüpft, zum Zweck hat. Wir dürfen erwarten, daß 
unsere Landsleute, des Zwanges überdrüssig, womit eine argwöhnische 
Regierung den freien Ideenaustausch zu unterdrücken strebte, unsere 
Bemühungen unterstützen werden; unser Streben wird dahin gerichtet 
sein, alle Anforderungen zu befriedigen, welche mit Recht an ein Etablisse 
ment der Art gemacht werden können. 
M. DuMont-Schauberg. J. P. G. W. Bachem. 
Eine Belebung des Geistesverkehrs, von der dieses Rund 
schreiben spricht, konnte für das damalige Köln allerdings als 
eine Notwendigkeit erkannt werden. War in den letzten Zeiten
	        
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