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dem Stammhaus in der Dickgasse mehrere Häuser in Erpel, Weinberge
an der Erpeler Lei und in Dattenberg bei Linz, ein Ackergut in Bruch
hausen und seit 1716 durch Kauf das Hüttenwerk Hanwerth in der
Gemeinde Höchstenbach bei Hachenburg im Westerwald, mit dem ein
Hammerbetrieb zur Verarbeitung des gewonnenen Eisens verbunden war.
Dieses Hüttenwerk war die Hauptquelle seines Wohlstandes. In den
1720er Jahren erbaute er in Erpel ein Armenhaus, das er 1735 dotierte,
woraus die noch jetzt bestehende Bachem-Stei n-Herzigsche Armen
stiftung in Erpel entstand. (Die Urkunden bei Karl Bachem, Josef
Bachem I. S. 341 u. ff.) Wilhelm Bachem, der Ende Januar 1737 starb,
war viermal verheiratet, hinterließ aber nur aus seiner zweiten Ehe mit
Katharina Zillickens vier Kinder: Johann Peter, Martin (dessen Nach
komme 1883—75 Oberbürgermeister von Köln war), Gottfried und Anna
Katharina. Johann Peter war ein tüchtiger Geschäftsmann, der das
Eisenwerk auf dem Westerwald erhielt; er hatte im Jahre 1732 Maria
Agnes Kaufmann in Bonn, die Schwester des nachmaligen Bürgermeisters
dortselbst geheiratet. Bei seinem wahrscheinlich 1761 eingetretenen Tode
hinterließ der sehr wohlhabende Mann sechs Kinder, von denen der
Aelteste im Jahre 1758 in Trier in den Orden der Gesellschaft Jesu eintrat.
Von den übrigen Kindern Anna Katharina, Lambert, Mathias, Maria
Agnes und Wilhelm Josef (geb. 1751) hatte der letztere den betriebsamen
Geist der Väter geerbt. An der Kölner Hochschule hatte er Rechts
wissenschaft studiert und dann von den Geschwistern das Stammhaus
in der Dickgasse zu Erpel für 3000 Reichstaler erworben. In Erpel wurde
er bald Gerichtsschöffe und im Jahre 1774 Schultheiß, welche Stellung er
elf Jahre behielt. Dann verzog er nach Köln, wo ihm die Stelle des
Domkellners übertragen worden war, die der damalige Inhaber
Becker wegen Alters nicht mehr zu versehen imstande war.
Vom 16. November 1785 datierte seine Bestallung, die ihm 600 Reichs
taler Gehalt einbrachte, wovon er freilich 200 Reichsflorin als Ruhegeld
dem „abgestandenen Domkellnern Becker“ lebenslang abgeben sollte. Von
dieser Auflage wurde er aber bald „in Gnaden befreyet“, auch erhielt er
nach dem Tode seines Vetters Bennerscheid die Stelle eines Schultheißen
>n Gleuel und wurde „Scheffe am Probsteiligen Severins-Gericht“.
Das Amt des Domkellners drückte ihn nicht allzusehr; alljährlich
brachte der Reisewagen ihn rheinaufwärts zum Besuche der vielen,
zerstreut gelegenen Weinberge, deren Besitzes sich das Domkapitel
erfreute. Dieses hatte in Wilhelm Bachem zu dem Amte den geeigneten
Mann gefunden; er war gesellig und lebenslustig. Auf seinen Reisen
begleitete ihn die Violine, und wenn die Geschäfte des Tages erledigt
Waren, spielte er abends in heiterer Gesellschaft auf. So erfreute er
sich überall bei dem leichtlebigen Völkchen größter Beliebtheit.
Am Gereonsdriesch in Köln ließ er sich ein Haus bauen, das, als
auf Befehl des französischen Stadtkommandanten Generals Daurier im