Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Oktober 1794 die Häusernumerierung eingeführt wurde, die Nummer 
3519 erhielt. In der freien Reichsstadt Köln hatte jedes Haus seinen 
Namen. (Das jetzt auf dem Grundstück stehende Haus No. 19 ist im 
Besitze des Herrn Franz X. Bachem). Seit 1775 war Wilhelm Bachem 
mit Maria Anna Myrbach, der Tochter des Gewaltrichters Myrbach in 
Bonn verheiratet. 
* (S. 2) Die Familie DuMont stammt aus Belgien, wohin wahrscheinlich im 
16. Jahrhundert ein italienischer de Monte ausgewandert ist. Von Sou- 
magne bei Lüttich kamen Hermes und Heinr. Josef DuMont als Tabak 
fabrikanten 1738 nach Köln. Heinr. Josefs Urenkel Marcus Theodor 
heiratete 1805 Katharina Schauberg und erwarb 1808 von den Erben der 
aus dem Luxemburgischen stammenden Schauberg die Druckerei und 
die Kölnische Zeitung. Seine Firma schrieb er bis 1836 mit ü. (Dü Mont) 
s (S. 3) Das dem Kölner Adreßbuch von 1797 folgende von 1813: „Itineraire 
de Cologne“ führt folgende Buchhändler auf: C. A. Haas, C. Imhoff, 
D. Keil, J. A. C. Lumscher (zugleich Druckerei), J. Mathieu (dgl.), 
M. Odendali (dgl.), }H. Rommerskirchen (dgl.), J. G. Schmitz (dgl.), T. F. 
Thiriart (dgl.). Außerdem gab es noch die Drucker: Bourel, DuMont- 
Schauberg (Rue du Pont Romain 8), Everaerts, J. M. Feilner, J. M. Heberle 
und Wwe. Langen (Komödienstraße 38). 
4 (S. 4) Eberhard v. Groote war der Sohn eines Kaiser!. Oberpostmeisters 
in Köln, der, wie viele Kölner Patrizier, 1794 vor den französischen 
Republikanern mit seinem fünfjährigen Sohne nach Arnsberg geflohen 
war. Eberhard, 1789 geboren, studierte in Heidelberg Rechtswissenschaft, 
Philosophie und Geschichte. Den Befreiungskrieg machte er als Volontär 
offizier im 3. preußischen Armeekorps und als Adjutant des preußischen 
Kronprinzen mit. Seinem Wirken nach dem Einzug der Heere in Paris 
ist es hauptsächlich zu danken, daß Frankreich die aus Deutschland nach 
Paris verschleppten Kunst- und Literaturschätze großenteils zurückgeben 
mußte. Auf seine Veranlassung setzte Blücher eine bez. Kommission 
ein. Nach seiner Rückkehr aus Paris wurde Groote 1816 der Kölner 
Regierung als Assessor zugewiesen und fand in dem Kanonikus Wallraf, 
dem Schöpfer des Kölner Museums, einen Lehrer und Freund. In diesem 
Jahre gab er das Jahrbuch für Freunde altdeutscher Zeit und Kunst 
heraus. Um die alte Literatur machte er sich im Jahre 1821 durch die 
Herausgabe des Tristan von Gottfried von Straßburg verdient. Sechs 
Jahre später verließ er den Staatsdienst und stand 20 Jahre lang an der 
Spitze der umfangreichen Kölner Armenverwaltung. Ueber das Waisen 
haus zu Köln veröffentlichte er 1830 ein Werk. Von Sulpiz Boisseree 
wurde er für den Ausbau des Domes gewonnen. 1834 gab er Hägens 
Reimchronik der Stadt Köln heraus. 
5 (S-6) Das Montaner Gymnasium war das älteste der drei „Bursen“ 
in Köln und, wie die anderen beiden — das Laurentianer aus 1426 und
	        
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