eigene Unternehmungslust mitbestimmenden, zur arbeitsfreudigen Tat
aufmunternden Einfluß ausübte.
Darum darf das gegenwärtige Jubiläum auch als Gedenktag der Erfolge
eines arbeitsfreudigen Optimismus gelten, der überzeugungs
treuen gläubigen Katholiken, die besonderen Grund zu unerschütterlicher
Zuversicht haben dürfen, gar wohl ansteht. Die Klagen über die
Schlechtigkeit der Welt haben noch niemand gebessert; wohl aber haben
sie manches dazu beigetragen, solche Leute, die allerlei hätten bessern
können und die zu bessern verpflichtet waren, in eine trübselige Arbeits
unlust einzuwiegen, die leicht zur verhängnisvollen Ansteckung werden
kann. Auch in den schwierigsten Zeitläuften ist von der arbeitsfrohen
Unternehmung in Köln stets ein belebender Hauch unverzagten Wagemuts
ausgegangen, der manche schlummernden Kräfte aufs neue weckte und
die Gleichgesinnten zur unverdrossenen Arbeit sammelte.
Vorwärtsblickend gilt es, auf den in einem Jahrhundert rastloser
Arbeit geschaffenen Grundlagen weiterzubauen, Wohl kein Auge vermag
jetzt schon die dunkeln Wolken, die am Gesichtskreis lagern und den
Ausblick hemmen, zu durchdringen. Jeden von uns überkommt leicht
ein Zagen, wenn er an die bitteren Zeiten der nächsten Zukunft denkt,
in denen aus dem wirtschaftlichen, geistigen und sittlichen Schutt des
Weltkrieges der innere und äußere Wiederaufbau der durch eigene
Schuld und schwere Prüfung Gottes niedergeschmetterten Menschheit
erfolgen soll. Daß nach den blutigen Kämpfen des Krieges heiße innere
Kämpfe ihren Anfang nehmen werden, um durch lange Jahre hindurch
auf den Gemütern zu lasten, wird wohl niemand bezweifeln. Um so
mehr ist es dringende Forderung der Zeit, mit festem Willen und un
erschütterlicher Grundsatzfestigkeit an die neuen Aufgaben heranzutreten
und alle vorhandenen Kräfte dafür zur Verfügung zu stellen. Dessen
wird sich auch unser Jubiläums-Verlagshaus bewußt bleiben.
In allen katholischen Kreisen Deutschlands gewinnt in der letzten
Zeit immer deutlicher die Auffassung Ausdruck, daß gegenüber der
schweren inneren und äußeren Not unseres Volkes, gegenüber der
wachsenden Zersplitterung der Anschauungen auf politischem und
sozialem Gebiete unter dem Einflüsse selbstsüchtiger Rücksichten wirt
schaftlicher Art, in der Zukunft noch mehr als bisher nur eine kraftvolle,
aus tiefer innerer Wärme strömende Betonung unserer grundsätz
lichen Ueberzeugungen die auseinanderstrebenden Volksteile im
Hinblick auf höhere Ziele wieder zu gemeinsamer Arbeit einigen kann.
Damit treten Aufgaben hervor, die neue Arbeiten und neue Kämpfe
bedeuten.
Der Jubiläumstag des Kölner Verlages und aller seiner Mitarbeiter ist
wie ein Aufatmen zwischen zwei Arbeitsstunden. Ein inhaltreiches
mühevolles Arbeitsjahrhundert ist abgeschlossen; ein neues Jahrhundert
der Kämpfe und Mühen beginnt. Mit Vertrauen auf Gott heißt es nun