^ 247
Kölner Local-Anzeigers zum Mitraten und Mitarbeiten berufen sind, all
unser Wirken und Schaffen unter den Schutz Gottes stellen wollen,
durchdrungen von der Ueberzeugung: Wenn der Herr das Haus nicht
baut, arbeiten umsonst, die daran bauen.
Wir gedenken in aufrichtiger Pietät der beiden ersten Gründer dieser
Firma, Johann Peter Bachem und Lambert Bachem. Sie haben kurz
nach der Einverleibung der Rheinlande in den Großstaat Preußen in ihrem
Bereiche und mit ihren Mitteln das, was König Friedrich Wilhelm III.
als vordringliche Aufgabe des Staates bezeichnet hat, zu erfüllen getrachtet,
nämlich dem Volke durch die Pflege geistiger Güter das zu ersetzen, was
es in langen Kriegsjahren an physischer Kraft verloren hatte.
In stetiger, kluger, tatkräftiger Weiterführung hat dann Josef Bachem
die Absichten der beiden Gründer verwirklicht und hat der Verlagsfirma
ein in Staat und Kirche festgegründetes Ansehen verschafft, ja über die
Grenzen des deutschen Sprachgebietes hinaus, ich darf es sagen, einen
Weltruf erworben. Die drei Männer haben nicht bloß als Kinder ihrer
Zeit gelebt und für ihre Zeit gearbeitet; sie haben auch ihre Herzens
frömmigkeit und ihre Nächstenliebe, ihren Fleiß, ihre Pflichttreue und
ihre Opferwilligkeit als gereifte Früchte und als kostbares Vermächtnis
ihren Nachfolgern und Erben überantwortet; diese dürfen wir an ihrem
Ehrentage mit den Worten des Dichters beglückwünschen:
Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt,
Der froh von ihren Taten, ihrer Größe
Den Hörer unterhält, und still sich freuend,
Ans Ende dieser schönen Reihe sich
Geschlossen sieht.
Als einzige unmittelbare Zeugin aus der Zeit des ersten Aufschwunges
der Firma lebt noch in hohem Alter von beinahe 88 Jahren Frau Catha-
r ina Bachem, die Witwe Josefs Bachem. In ihrer staunenswerten
Deistesfrische nimmt sie in ihrem stillen Heim im Siebengebirge teil an
dieser Gedächtnisfeier, und es ist mir eine freudig empfundene Pflicht,
von dieser Stelle aus ihr unsere Grüße und unseren Glückwunsch zu
entbieten und daneben den ganz besonderen Wunsch, daß der Friede
bald in diese Lande wieder einziehe und mit seinen milden Strahlen den
Lebensabend von Frau Bachem noch lange verschönen möge. (Bravo!)
Das, was die Gründer der Firma J. P. Bachem in Köln geschaffen haben,
das hatte nicht bloß örtliche Bedeutung, es wuchs hinaus über die
Mauern und über das Weichbild Kölns und schuf durch den Buchverlag
und durch die Kölnische Volkszeitung zumal einen geistigen Güteraus
tausch zwischen der rheinischen Hauptstadt und dem großen deutschen
Vaterland.
Die Quellen, aus denen die Inhaber und die Leiter dieses Hauses ihre
Kraft zu ihren weitblickenden Unternehmungen geschöpft haben, waren