Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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Kölner  Local-Anzeigers  zum  Mitraten  und  Mitarbeiten  berufen  sind,  all
unser  Wirken  und  Schaffen  unter  den  Schutz  Gottes  stellen  wollen,
durchdrungen  von  der  Ueberzeugung:  Wenn  der  Herr  das  Haus  nicht
baut,  arbeiten  umsonst,  die  daran  bauen.
Wir  gedenken  in  aufrichtiger  Pietät  der  beiden  ersten  Gründer  dieser
Firma,  Johann  Peter  Bachem  und  Lambert  Bachem.  Sie  haben  kurz
nach  der  Einverleibung  der  Rheinlande  in  den  Großstaat  Preußen  in  ihrem
Bereiche  und  mit  ihren  Mitteln  das,  was  König  Friedrich  Wilhelm  III.
als  vordringliche  Aufgabe  des  Staates  bezeichnet  hat,  zu  erfüllen  getrachtet,
nämlich  dem  Volke  durch  die  Pflege  geistiger  Güter  das  zu  ersetzen,  was
es  in  langen  Kriegsjahren  an  physischer  Kraft  verloren  hatte.
In  stetiger,  kluger,  tatkräftiger  Weiterführung  hat  dann  Josef  Bachem
die  Absichten  der  beiden  Gründer  verwirklicht  und  hat  der  Verlagsfirma
ein  in  Staat  und  Kirche  festgegründetes  Ansehen  verschafft,  ja  über  die
Grenzen  des  deutschen  Sprachgebietes  hinaus,  ich  darf  es  sagen,  einen
Weltruf  erworben.  Die  drei  Männer  haben  nicht  bloß  als  Kinder  ihrer
Zeit  gelebt  und  für  ihre  Zeit  gearbeitet;  sie  haben  auch  ihre  Herzensfrömmigkeit ­
  und  ihre  Nächstenliebe,  ihren  Fleiß,  ihre  Pflichttreue  und
ihre  Opferwilligkeit  als  gereifte  Früchte  und  als  kostbares  Vermächtnis
ihren  Nachfolgern  und  Erben  überantwortet;  diese  dürfen  wir  an  ihrem
Ehrentage  mit  den  Worten  des  Dichters  beglückwünschen:
Wohl  dem,  der  seiner  Väter  gern  gedenkt,
Der  froh  von  ihren  Taten,  ihrer  Größe
Den  Hörer  unterhält,  und  still  sich  freuend,
Ans  Ende  dieser  schönen  Reihe  sich
Geschlossen  sieht.
Als  einzige  unmittelbare  Zeugin  aus  der  Zeit  des  ersten  Aufschwunges
der  Firma  lebt  noch  in  hohem  Alter  von  beinahe  88  Jahren  Frau  Cathar
 ina  Bachem,  die  Witwe  Josefs  Bachem.  In  ihrer  staunenswerten
Deistesfrische  nimmt  sie  in  ihrem  stillen  Heim  im  Siebengebirge  teil  an
dieser  Gedächtnisfeier,  und  es  ist  mir  eine  freudig  empfundene  Pflicht,
von  dieser  Stelle  aus  ihr  unsere  Grüße  und  unseren  Glückwunsch  zu
entbieten  und  daneben  den  ganz  besonderen  Wunsch,  daß  der  Friede
bald  in  diese  Lande  wieder  einziehe  und  mit  seinen  milden  Strahlen  den
Lebensabend  von  Frau  Bachem  noch  lange  verschönen  möge.  (Bravo!)
Das,  was  die  Gründer  der  Firma  J.  P.  Bachem  in  Köln  geschaffen  haben,
das  hatte  nicht  bloß  örtliche  Bedeutung,  es  wuchs  hinaus  über  die
Mauern  und  über  das  Weichbild  Kölns  und  schuf  durch  den  Buchverlag
und  durch  die  Kölnische  Volkszeitung  zumal  einen  geistigen  Güteraustausch ­
  zwischen  der  rheinischen  Hauptstadt  und  dem  großen  deutschen
Vaterland.
Die  Quellen,  aus  denen  die  Inhaber  und  die  Leiter  dieses  Hauses  ihre
Kraft  zu  ihren  weitblickenden  Unternehmungen  geschöpft  haben,  waren
            
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