Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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und entfaltete hier eine erstaunlich fleißige Uebersetzertätigkeit; haupt 
sächlich für Zeitungen bearbeitete sie amerikanische Romane. Als nach 
ihrem Tode ihr Lebenswerk (1895—1903) gesammelt in Buchform erschien, 
füllte es 60 Bände. 
Von weiteren, in den Sammlungen vertretenen Schriftstellern und 
Schriftstellerinnen nennen wir Hermann Hirschfeld (mit der „Komö- 
diantentoni“ und dem Roman „Die Hexe von Scharnrode“), Rektor Adam 
Jos. Cüppers (mit der feinen Novelle „In der Knospe gebrochen“), Th. 
Messerer (mit frischen Hochlandgeschichten), Josefine Flach (mit dem 
Roman „Herzenswirren“ und „Durch Kampf zum Ziel“), M. Berger 
(S. v. Follenius) mit dem Roman „Angelika von Sainte-Croix“ und der Novelle 
„Dolores“), E. Rudorff (mit den Novellen „Verloren“ und „Schlichte 
Größe“), Antonie Haupt (mit der Novelle „Heideröschen“), H. Beta (mit 
der amerikanischen Novelle „Der Spieler“), Karl von Lenhard (mit den 
kulturgeschichtlichen Novellen „Der Teufelstriller“ und „Meister Müller 
und sein Geselle“), Everilda v. Pütz (mit den Novellen „Maria Angela“ 
und „Der letzte Schuß“) 40 . 
Die besondere Art der kölnischen Mundart-Schriftstellerei hat 
der sehr furchtbare Kölner Schriftsteller Wilhelm Koch mit seinen 
„Kölsche Scheidereie“ [Schilderungen] 1882 in den Verlag einge 
führt. Koch war ein echter Kölner, am 30. Juli 1845 als Sohn eines 
Metzgers geboren, von seinen Eltern zum Geistlichen bestimmt, wandte 
sich aber, da er zu der geistlichen Laufbahn keinen Beruf empfand, dem 
Postfach zu und trat schon früh mit novellistischen Arbeiten hervor. 
Seine „Kölsche Scheldereie“ erschienen seit Dezember 1881 in der Köl 
nischen Volkzeitung, wo sie großen Anklang fanden. 17 kleinere Schwänke 
vereinigte er 1890 unter der Bezeichnung „Oemmerjööncher [= Zucker 
körner]. Lästige kölsche Verzällcher“. Außer seinen Dialektsachen schrieb 
er auch lange Jahre für katholische Blätter wöchentlich „Politische 
Streifzüge“. 1877 erschien sein erster Artikel in der KV und seit 1887 
bis zu seinem Tode (10. Dezb. 1891) machte er sich mit seinen Wochen 
plaudereien im Leserkreis des Blattes beliebt. Im Kölner Local-Anzeiger 
ist sein Sohn, der Pfarrer Heinr. Koch in Wahn, in des Vaters Fuß 
stapfen getreten, indem er seit Dezember 1907, als er noch Pfarrer in 
Gierath bei Grevenbroich war, sonntäglich meist humoristisch gefärbte 
Erzählungen veröffentlichte, die im August 1914 durch wöchentliche 
„Kregsbilder“ abgelöst wurden, deren Zahl bis März 1918 auf 180 ange 
wachsen ist. Mit diesen Plaudereien, die auch in Heften gesammelt 
bei Bachem erschienen, hat er dem Volke in Stadt und Land, das seine 
Mundart liebt, in heiterem Gewände das Verständnis für die Schwere 
und Größe der Zeit vermittelt. 
Einen zweiten kölnischen Dialektdichter von Ruf erwarb der Verlag 
1893 in Dr. Wilh. Schneider-Clauß 41 , der in diesem Jahre zwei
	        
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