Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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aus dem Pflanzenreiche“, denen er eine Einleitung über die 
christliche Naturauffassung voranschickte. Dem 1869 erschienenen 
Werk folgte 1873 ein Band „Betrachtungen der Natur im 
Lichte des Christenthums, der Geschichte, Wissen 
schaft und Kunst“. Die „Darstellungen“ sind in der fünften 
Auflage ebenfalls von Professor Borgas bearbeitet worden. 
Bis in die 1860er Jahre erforderte der Betrieb des Verlags 
nicht mehr als eine Arbeitskraft. Der Gehülfe teilte im Jahre 
1860 seinen Arbeitsraum, der im alten Bau der Marzellenstraße 
hinter dem „Kontor“ gelegen war, mit einem jungen Manne und 
dem Schriftleiter der in der Druckerei hergestellten Zeitschrift 
„D e r B e r g g e i s t“ namens Steinborn. Als Verlagsgehülfe arbeitete 
damals Otto Gracklauer, der im Jahre 1862 austrat, um einen 
guten Gedanken in die Tat umzusetzen. Obwohl die deutschen 
Verlagskataloge sich immer durch eine so genaue Bearbeitung 
ausgezeichnet haben, daß sie anderen Völkern als Muster vor 
geführt wurden, so hatten sie (wie selbst heute noch trotz der 
Anwendung aller möglichen Sorgfalt) manche Lücken und ließen 
den Sortimentsbuchhändler manchmal bei der Suche nach den 
Verlegern bestimmter Bücher im Stich. Gracklauer eröffnete nun 
in dem genannten Jahre das heute noch bestehende, im ganzen 
deutschen Buchhandel bekannte Bibliographische Auskunftsbüro, 
in dem die unbekannten Väter solcher Verlagswerke ermittelt 
wurden. Auf Gracklauer folgte in Bachems Verlag ein Stuttgarter 
Gehilfe mit Namen Grünrock. Dann rückte langsam der 1864 
als Lehrling eingetretene Jakob Klein in die Stelle des ersten 
Gehilfen. Nach seinem Tode (12. April 1886) trat Robert Schnura 
an die Spitze des Verlagskontors, den eine kurze Zeit Ferd. Sohn, 
der jetzige Inhaber der J. G. Schmitzschen Buchhandlung, vertrat 
und dem nach einigen Jahren Gustav Schmidt und 1889 Jean 
Schmitz (eingetreten 1886) folgte. Heute untersteht ihm als 
Verlagsprokurist ein Stab von 19 (seit der Kriegszeit meist weib 
lichen) kaufmännischen Mitarbeitern und 14 Personen in der 
Verlagspackerei. 
Schon früh war ein Handverkauf der Verlagswerke ein 
gerichtet worden, der sich mit der Vergrößerung des Verlags 
und seiner Ausdehnung auf alle Gebiete nach und nach fast zu 
einer Sortimentsbuchhandlung ausgestaltete. Heute hat sie
	        
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