Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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Hâuflg  entbrennen  Kâmpfe  auf  dem  Gebiete  der  Syndikate,  der  Trusts,  der
Kartells;  es  ist  zuweilen  mit  der  Macht  von  Millionen,  daB  sehr  groBe
Gesellschaften  sich  jahrelang  den  Grund  streitig  machen.  In  den  letzten
Jahren  haben  wir  die  belgische  Handelsflotte  einen  guten  Aufschwung
nehmen  sehen.  Sie  muB  durçh  verstândige  Mithilfe  auf  dem  Wege  der
Privatinitiative  ermutigt  werden,  nicht  aber  auf  dem  Wege  des  Monopols,
von  der  Regierung  unterstützt  und  in  die  Hande  von  Leuten  gelegt,  die
ailes  zu  sagen  haben  —  denn  einer  der  ersten  Ahte  des  „Lloyd  Royal
Belge”  war  die  Bildung  eines  Verwaltungsausschusses,  bestehend  aus  dem
Triumvirat  der  drei  Hauptgründer,  dem  die  ausgedehntesten  Befugnisse
zustehen.  Sie  werden  nicht  allein  die  laufenden  Verwaltungsakte  ausführen,
  sondern  auch  —  was  sonst  stets  einem  Verwaltungsrat  vorbehalten
bleibt  —  Schiffe  verkaufen,  kaufen  und  hypothekarisch  belasten  kônnen.
Freilich  ist  die  Regierung  durch  zwei  Kommissâre  mit  gewissen  Interveniionsbefugnissen
  vertreten;  aber  ihre  Aufsicht  ist  bekanntlich  illusorisch,
da  man  sie  gewôhnlich  vor  die  vollzogene  Tatsache  stellt.

—  Gibt  es  wichtige  Gründe,  warum  das  System  nicht  angenommen
wurde,  das  Frankreich  zur  Vermehrung  seiner  Handelsflotte  in  Anwendung
  bringt?
—  Das  franzôsische  Schiffahrtspramiensystem  hat  nicht  die  geringste
Aussicht,  bei  uns  zur  Annahme  zu  gelangen.  Dieser  Protektionismus  ist
sehr  abfallig  beurteilt  worden,  und  das  um  so  mehr,  aïs  seine  Ergebnisse
negativer  Art  waren.
—  Sind  Sie,  der  Sie  die  Schiffahrtswelt  Antwerpens  so  gut  kennen,.
der  Ansicht,  daB  diese  eine  günstige  Stellung  zu  der  neuen  Kombination.
nehmen  wird?
—  Ich  zweifle  nicht  daran,  daB  sich  in  Antwerpener  Schiffahrtskreisen
eine  allgemeine  MiBbilligung  Luft  machen  wird  g  e  g  e  n  die  Kombination,
zu  der  die  Regierung  ihre  Hand  geliehen  hat.  Wenn  ich  den  Gerüchten
Glauben  schenken  darf,  die  mich  bis  jetzt  erreicht  haben,  besteht  kein
Zweifel  darüber,
—  Werden  die  verschiedenen  Branchen  unsercs  Handels  sich  nicht
von  der  dem  „Lloyd  Royal  Belge"  gestatteten  Konkurrenz  getroffen  fühlen?
—  Zweifellos,  Wenn  der  Staat  sich  durch  eine  Zwischenperson  an
einem  Unternehmen  beteiligt,  dessen  Statuten  eine  Einmischung  in  zahlreiche
  Berufe  vorsieht,  kann  es  nicht  fehlen,  daB  diese  sich  getroffen
fühlen  und  ihre  Stimme  hôren  lassen  werden,  Denn  die  Statuten  beschrânken
  sich  nicht  auf  die  Erraâchtigung  zum  Seereedereigeschâft  im
eigentlichen  Sinne  des  Wortes;  es  werden  in  ihnen  Vorkehrungen  getroffen
fur  ailes,  was  in  Verhindung  steht  mit  Spedition,  Transpoit  zu  Lande  und
zu  Wasser,  Verfrachtung,  Kauf,  Verkauf,  Schiffsbau  und  Schiffsreparatur
wie  für  aile  kommerziellen,  industriellen  und  finanziellen  Operationen,
sowohl  im  Ausland  als  in  Belgien,  sofern  sie  in  irgend  welcher  Weise  mit
der  Schiffahrt  und  dem  Transport  in  Verhindung  steben,  vor  allem  aber
für  den  Kauf  und  Verkauf  von  Waren,  das  Agenten-,  Makler-,  Stauer-,
Warenlagerungs-  und  Versicherungswesen,  Und  aïs  ob  das  noch  nicht
genug  sei,  wird  hinzugefügt,  daB  die  Gesellschaft  ermachtigt  ist  zum  Ankauf,
Bau,  Betrieb  und  Verkauf  aller  Immobilien,  Gebtiude,  Fabriken,  Schiffs-'verfte,
  Brücken,  Docks,  Magazine,  Eisenbahnen,  Hotels  usw.  Was  kônnte
            
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