Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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Für  industrielle  Erzeugnisse  dagegen  wird  die  tâgliche
Produktionsmôglichkeit  fest  begrenzt  durch  die  Leistungsîâhigkeit
  der  mechanischen  Einrichtungen,  und  so  sind  Fâlle
môgiich,  in  denen  die  Lieferung  nicht  so  schnell  erfolgen  kann,
als  die  Schiffe  zu  laden  vermôgen,  Sie  würden  daher  warten
müssen;  jeder  verlorene  Tag  kommt  aber  bei  der  Berechnung
des  Frachtsatzes  in  Anmerkung.
Ein  Beispiel  wird  dies  veranschaulichen,
Antwerpen  empfângt  jeden  Tag  durchschnittlich  16  Schiffe;
die  belgische  Industrie  erzeugt  jâhrlich  1350  000  t  GuBeisen
und  führt  350  000  t  davon  ein,
Gesetzt  nun,  diese  16  Schiffe  laden  nur  Eisen  und  das  Land
hait  kein  Kilogramm  von  dem  aus  dem  Hochofenprodukt  verarbeiteten
  Eisen  für  seinen  eigenen  Gebrauch  zurück,  so
kônnten  nur  3666  t  tâglich,  also  ungefâhr  350  t  pro  Schiff  und
Tag  an  Bord  geliefert  werden,  Das  Schiff  kann  aber  bequem
taglich  700  t  empfangen  und  verstauen,  Ein  Schiff  von  3500  t,
das  für  seine  Ladung  auf  die  belgische  Industrie  allein  angewiesen
  wâre,  kônnte  demnach  erst  in  10  Tagen  geladen  sein,
Da  es  jedoch,  nach  dem  MaBstabe  von  700  t  per  Tag  berechnet,
fâhig  ware,  seine  Ladung  in  fünf  Tagen  zu  beendigen,  verliert
es  fünf  Tage,  das  macht  für  eine  Reise  von  50  Tagen  einen
Zuschlag  von  10  %  auf  den  Frachtpreis.
Griffe  jedoch  die  lothringische  Industrie,  die  jâhrlich
4  Mill.  t,  wie  die  westfâlische  Industrie,  die  jâhrlich  5  Mill.  t
erzeugt,  mit  ein,  so  kônnten  2225  t  per  Tag  und  per  Schift
geliefert  werden,  d,  i,  dreimal  so  viel  als  das  Schiff  empfangen
kann,
Dies  hat  freilich  nur  den  Wert  eines  Beispiels,  aber  es
HeBe  sich  generalisieren,  Auf  jeden  Fall  gelit  daraus  hervor,
daB  die  industrielle  Dichtigkeit  des  Hinterlandes  einen  bedeutenden
  EinfluB  auf  den  Frachtsatz  ausübt,
Selbstverstândlich  kommt  es  nur  âuBerst  selten  vor,  daB
ein  Schiff  auf  seine  Ladung  wartet,  aber  die  Gebrâuche  eines
Hafens,  wie  die  Mittel  seiner  Güterabîertigung  passen  sich  den
Warenmengen,  welche  die  Produzenten  liefern  kônnen,  auf
natürliche  Weise  an,  und  die  ,,Despatch“-Frage  kommt  zuguterletzt
  in  den  Frachtsâtzen  durch  einen  Unterschied  von
Shillings  und  Pence  zum  Ausdruck.
            
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