Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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Auch  Japan  hat  nichts  versâumt,  um  den  günstigen  Augenbiick
  zur  Ausbreitung  seines  Eînflusses  in  Asien  auszunützen.
Die  kriegführenden  Lânder  werden  nach  FriedensschluB,
jedes  für  sich,  ihr  Augenmerk  zuerst  und  vor  allem  darauf
richten  müssen,  eine  feste  Grundlage  für  ihre  Volkswirtschaft
zu  schaffen.  Hohe  Schutzzolîschranken  werden  die  nâchste
Folge  davon  sein,  und  dann  eine  rege  Tâtigkeit  zugunsten  einer
intensiven  Ausfuhr,  die  ihrerseits  wiederum  einen  erbarmungslosen
  Wettbewerb  hervorrufen  wird,  gegebenen  Falles  Hand
in  Hand  mit  der  Organisation  des  Wirtschaftskrieges,  England,
Frankreich,  Italien  und  RuBland  z.  B,  einerseits  werden,  da  sie
ihrer  guten  deutschen  Kundschaft  entsagt  haben,  sich  andere
Absatzgebiete  suchen  müssen,  denn  ein  voîlkommener  gegenseitiger
  Ausgleich  ist  unmôglich.  Deutschland  andererseits
wird  sich  in  derselben  Lage  sehen,  und  da  die  „neutralen“
Mârkte  allein  ihm  offenstehen  werden,  wird  der  Wettbewerb
auî  diesen  ein  zügelloser  sein.  Dem  Kampfe  wird  in  diesem
Lande  bereits  vorgearbeitet;  die  Industrie  zentralisiert  sich,
mâchtige  Produktionsverbânde  treten  ins  Leben,  treffen  Übereinkünfte
  mit  einander,  beteiligen  sich  finanziell  an  groBen
Schiffahrtsunternehmungen,  um  den  Transport  gemeinschaftlich
  zu  organisieren.  Die  deutsche  Industrie  hat  ihre  Organisationsfâhigkeit
  bewiesen,  ihr  Geschick  in  der  Eroberung  von
Absatzgebieten  ist  bekanntL  Wir  wollen  nur  an  folgende  Tatsache
  erinnern:  Nachdem  Frankreich  zur  Beschrânkung  der
deutschen  Einfuhr  seine  Eingangszôlîe  erhôht  hatte,  nahm  diese
Einfuhr  1911,  anstatt  herunterzugehen  oder  stationâr  zu  bleiben,
im  Gegenteil  um  55  Millionen  oder  10%  zu s )  (1910;  543  Mil!,:
1911:  599  Mil!.).
Was  soll  unter  diesen  Umstânden  aus  Beîgien  werden?
Wird  die  belgische  Exportindustrie  die  mannigfachen
Schwierigkeiten,  die  diesen  neuen  Bedingungen  entspringen
werden,  zu  überwinden  wissen?
Wir  haben  bereits  verschiedene  Faktoren  untersucht,  ohne
welche  unsere  Industrie  auf  den  auslândischen  Mârkten  nicht
konkurrieren,  geschweige  denn  gedeihlich  fortkommen  kônnte;
es  lohnt  sich  also  nicht,  darauf  zurückzukommen,  Aber  es  gibt
auch  Faktoren,  die  ihre  Kraft,  welche  hauptsâchlich  in  ihren

8 )  Antwerpener  Handelskammer,  Bericht  1911,  S.  XVI,
            
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