Full text: Ferdinand Lassalle

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auf alle Handlungen einzuwirken, die sie in der ganzen 
Dauer ihres Lebens vornehmen. 
Welches ist nun aber das Requisit der Wissenschaft, 
welches der Staatsanwalt hier vermissen kann? 
Ist eS vielleicht der ihm etwa erforderlich scheinende 
äußere Umfang deS Werkes? Der Umstand, daß diese 
Produktion nur in einer Broschüre von drei Bogen und 
nicht in einem in-folio von drei dicken Bänden besteht? 
Seit wann aber wäre der Umfang statt des Inhalte« 
der Maßstab für die Wissenschaftlichkeit eines Werkes 
gewesen? 
Im vorigen Jahre hielt ich bei der Feier von Fichte« 
Geburt als Redner der philosophischen Gesellschaft eine 
Festrede, in welcher ich die innere Geschichte der deutschen 
Metaphysik zu geben hatte. Diese Broschüre umfaßt 
sogar nur fünfunddreißig Seiten, während die gegen 
wärtige vierundvierzig Seiten zählt. 
Wird der Staatsanwalt, um dieser Kürze halber, 
leugnen wollen, daß sie eine wissenschaftliche Produk 
tion war? 
Wer sieht nicht vielmehr, daß die hier in Rede stehende 
wissenschaftliche Leistung gerade eine um so vollere und 
schwierigere war, als ich einerseits genötigt war, meine 
Ausführungen auf einen zweistündigen Vortrag, auf 
den Raum einer Broschüre von vierundvierzig Seiten 
zusammenzudrängen, und als ich andrerseits zu einem 
Publikum sprach, bei welchem ich keine wissenschaftlichen 
Voraussetzungen machen konnte. Die Besiegung dieser 
Schwierigkeiten erfordert, wenn, wie hier, der wissen 
schaftlichen Tiefe nichts vergeben werden soll, eine Prä 
zision, eine Konzentrierung und eine Klarheit
	        
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