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keine Vorstellung geben. Dagegen prägt er den
Volksmasscn ziemlich deutlich ein, daß Lassalle höchstwahrscheinlich
an einem unsympathischen Unterleibsleiden
gelitten habe. Auch ein psychologischer Zeichner
wie Georg Brandes hat für das Vulkanische Lassalles
kein rechtes Verständnis. Was soll man dazu sagen,
wenmBrandeö als Erklärung für das brausende Gerechtigkeitsgefühl
Lassalles annimmt. Lassalle habe über
jüdische „Chuzpe", d. i. über naiv-unverschämte Anmaßung,
verfügt. Dieser naturhafte Donner des Lassalleschen
Rechtsbewußtseins, vor dem routinierte Gerichtspräsidenten
unsicher wurden, wird von Brandes mit der
arroganten Technik eines unerzogenen Advokaten verglichen
oder verwechselt.
Dieses Büchlein zeigt Lassalle auS der nächsten Nähe.
Mit gelindem Erschrecken wird der Leser schon in den
Tagebuchaufzeichnungen des Handelsschülers die kommende
Schicksalstragödie wahrnehmen: die maßlose
Wut, die der ungewöhnliche Jüngling unter armseligen
Lehrern hervorruft, sein unwillkürlich revolutionierendes
Temperament, die plötzlich sich einstellende Zähigkeit
und Unempfindlichkeit, wenn einmal der Kampf begonnen
hat, und sogar schon die Melancholie des Schlusses.
In den Briefen an die Eltern wird man die merkwürdige
Zweiteilung des jüdischen Helden wahrnehmen. Er
brennt nach der deutschen Revolution und gibt dem
Vater Ratschläge, welche Papiere er unter solchen politischen
Umständen an der Börse kaufen soll. Schon in
diesen Briefen aber deutlich der brennende Wunsch'nach
politischer Aktion. Gegenüber den verzehrenden Leidenschaften
dieses Mannes, dessen Hand immer gleich gierig