Full text : Ferdinand Lassalle

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ich  um  äußerer  Vorteile  willen  einem  Vorurteile  nachgebe? ­
  Hierin  liegt  ein  übergroßer  Rigorismus,  ein  Rigorismus, ­
  der  in  meiner  Persönlichkeit  begründet  ist,
denn  meine  Partei  würde  meiner  Taufe  nicht  den  geringsten ­
  Widerstand  entgegensetzen,  ich  kann  ihn  durch
genug  gewichtige  Gründe  erklären,  um  so  mehr,  da  die
Taufe  in  solchen  Fällen  als  eine  reine  Formalität  angesehen ­
  wird;  und  da  ich  nicht  die  Notwendigkeit
zugebe,  da  ich  auch  nicht  im  entferntesten  gesonnen  bin,
irgendeines  Vorurteils  halber  Ihrer  Liebe  zu  entsagen,
so  werde  ich  vielleicht  dieses  Opfer  bringen,  wenn  es
unumgänglich  sein  sollte,  und  mich  taufen  lassen.
Das  heißt,  ich  werde  es  tun,  wenn  Ihr  Vater  oder  Ihre
Mutter  absolut  darauf  bestehen,  ich  werde  es  aber  keinesfalls ­
  tun,  wenn  nur  Sie  es  wünschen  sollten.  Meine
Frau  darf  durchaus  keine  Vorurteile  haben.
3.  Gehen  wir  jetzt  zu  meiner  gesellschaftlichen  Stellung
über.  Fangen  wir  mit  der  guten  Seite  an.  Schon  seit
einigen  Jahren  erfreue  ich  mich  in  der  Gelehrtcnwelt
eines  sehr  großen  Rufes,  welcher  fortwährend  wächst.
Alle  Berühmtheiten,  die  wir  haben,  Humboldt  und  Böckh
haben  lnich  mit  dem  Namen  ihres  Freundes  beehrt.
Mein  Ruf  wird  sich  noch  viel  und  immer  mehr  vergrößern,
sowohl  durch  die  Nachwirkung  schon  erschienener  als  durch
noch  zu  veröffentlichende  Arbeiten.
In  der  eigentlichen  Welt  ist  meine  Stellung
folgende.  Im  allgemeinen  verhalten  sich  nur  wenige
bei  uns  in  Preußen  gleichgültig  mir  gegenüber.  Fast
unsere  ganze  Gesellschaft  teilt  sich  in  bezug  auf  mich
in  zwei  Parteien.  Die  eine  —  zu  welcher  die  ganze
Aristokratie  und  der  größte  Teil  der  Bourgeoisie  gehört,
            
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