Full text : Ferdinand Lassalle

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Leben  verschönert,  verfügt.  Die  andere  Hälfte  ist  noch
die  ohnmächtigere,  welche  Ihr  Leben  nicht  sonderlich
ausschmücken,  Ihnen  nicht  diesen  Glanz,  diese  Zerstreuungen, ­
  diese  Freuden  bieten  kann,  an  die  Sie
in  Ihrer  aristokratischen  Gesellschaft  vielleicht  gewöhnt
sind.
Und  noch  mehr,  selbst  unter  denen,  die  mich  lieben  und
mich  bewundern,  werden  sich  viele  finden  —  Sie  begreifen, ­
  daß  ich  jetzt  von  den  Frauen  sprechen  will  —,
denen  Sie  durchaus  nicht  gefallen  werden;  und  doch
wird  dies  in  Ihren  gegenseitigen  Beziehungen  von  Bedeutung ­
  sein.  Während  die  aristokratische  Welt  Ihnen
die  Heirat  mit  einem  solchen  Menschen,  wie  ich  bin,  nicht
verzeihen  wird,  werden  jene  Sie  deshalb  beneiden,  eines
Glückes  halber,  das  Ihre  Verdienste  übersteige.  Viele  von
unseren  Frauen  werden  es  Ihnen,  einer  Ausländerin,
nicht  verzeihen,  daß  Sie  die  Frau  eines  Mannes  geworden ­
  sind,  den  sowohl  Freunde  wie  Feinde  einstimmig ­
  vor  allein  für  einen  ungewöhnlichen  Mann
halten;  werden  Ihnen  die  siegreiche  Erreichung  dessen
nicht  verzeihen,  was  keine  von  ihnen  zu  erreichen  imstande ­
  war.
Und  dann  beginnt  der  Kampf  mit  ihrer  Eigenliebe-,
denn  je  mehr  sie  im  geheimen  erkennen  werden,  daß  Sie
wirklich  ein  Weib  sind,  das  ihnen  hoch  überlegen,  desto
mehr  werden  sie  suchen,  Sie  als  mittelmäßig  und  unbedeutend ­
  hinzustellen.  Darauf  folgen  Verleumdung,
Lästerungen.  Wenn  Sie  mit  einem  Manne  sprechen
werden  in  Ihrer  liebenswürdigen  und  berechtigten
Offenheit,  so  werden  sie  daraus  schon  Folgerungen  über
unlautere  Beziehungen  ableiten.
            
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