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Vermögen haben, odersogar, daß Sie überzeugt seien, keins
zu besitzen. Ich habe Ihnen geantwortet, daß mich dies
durchaus nicht berühre, und ich wiederhole dies nochmals.
Es ist dies nicht die stolze Verachtung eines verliebten,
enthusiastischen jungen Kopfes, der den Wert des Geldes
noch nicht kennt und der, wenn er ihn später kennen
gelernt hat, Reue fühlen wird. O nein, das ist es nicht,
und ich konstatiere dies ausdrücklich, weil dies, wenn auch
nicht in Ihren Augen, so doch in den Augen Ihrer Eltern
die Garantie Ihres Glückes mit mir erhöhen könnte.
Nein, es ist kein Jüngling mit schimärischen Ideen, der
mit Ihnen spricht. Es ist ein gereifter Mann, welcher
dem Alter nach nur fünfunddreißig, den Erfahrungen
nach neunzig Jahre zählt.
Ich fange also damit an, Ihnen zu sagen, daß ich das
Geld nur dann verachte, wenn es mit etwas Höherem,
Edlerem, für meinen Willen Teuerem wetteifern will.
Aber das Geld an sich ist eins der Mittel zur höchsten
Tätigkeit auf Erden, und als solches Mittel für meinen
Willen und nicht als Zweck desselben verstehe ich es
nach seinem wahren Wert zu schätzen.
Ich will Ihnen sogar mit meiner gewohnten Offen
heit das Geständnis machen — und das könnte Sie viel
leicht überraschen —, daß ich vielleicht imstande gewesen
wäre, eine Frau mit einer Mitgift von drei bis vier
Millionen Talern zu heiraten, bloß dieses Vermögens
wegen, ohne weiter ihre Person zu berücksichtigen. Denn
wenn diese Frau mir ein Vermögen von solcher Höhe zu
gebracht hätte, wo das Geld dann eine Macht wird, so
würde ich mir vielleicht gesagt haben: „Mit einem solchen
Vermögen kannst du deine großen wissenschaftlichen.