Full text: Ferdinand Lassalle

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Vermögen haben, odersogar, daß Sie überzeugt seien, keins 
zu besitzen. Ich habe Ihnen geantwortet, daß mich dies 
durchaus nicht berühre, und ich wiederhole dies nochmals. 
Es ist dies nicht die stolze Verachtung eines verliebten, 
enthusiastischen jungen Kopfes, der den Wert des Geldes 
noch nicht kennt und der, wenn er ihn später kennen 
gelernt hat, Reue fühlen wird. O nein, das ist es nicht, 
und ich konstatiere dies ausdrücklich, weil dies, wenn auch 
nicht in Ihren Augen, so doch in den Augen Ihrer Eltern 
die Garantie Ihres Glückes mit mir erhöhen könnte. 
Nein, es ist kein Jüngling mit schimärischen Ideen, der 
mit Ihnen spricht. Es ist ein gereifter Mann, welcher 
dem Alter nach nur fünfunddreißig, den Erfahrungen 
nach neunzig Jahre zählt. 
Ich fange also damit an, Ihnen zu sagen, daß ich das 
Geld nur dann verachte, wenn es mit etwas Höherem, 
Edlerem, für meinen Willen Teuerem wetteifern will. 
Aber das Geld an sich ist eins der Mittel zur höchsten 
Tätigkeit auf Erden, und als solches Mittel für meinen 
Willen und nicht als Zweck desselben verstehe ich es 
nach seinem wahren Wert zu schätzen. 
Ich will Ihnen sogar mit meiner gewohnten Offen 
heit das Geständnis machen — und das könnte Sie viel 
leicht überraschen —, daß ich vielleicht imstande gewesen 
wäre, eine Frau mit einer Mitgift von drei bis vier 
Millionen Talern zu heiraten, bloß dieses Vermögens 
wegen, ohne weiter ihre Person zu berücksichtigen. Denn 
wenn diese Frau mir ein Vermögen von solcher Höhe zu 
gebracht hätte, wo das Geld dann eine Macht wird, so 
würde ich mir vielleicht gesagt haben: „Mit einem solchen 
Vermögen kannst du deine großen wissenschaftlichen.
	        
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