Full text : Ferdinand Lassalle

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ausschweifende  Lebensweise  des  Grafen  zusammenbringen ­
  und  vorbereiten,  um  gegen  ihn  den  Prozeß
auf  Beschlagnahme  wegen  Verschwendung  und  den
Prozeß  auf  Ehescheidung  zu  beginnen.  Ich  selbst  begab
mich  nach  Aachen,  um  genauer  die  Ursachen  seiner  neuen
feindlichen  Schritte  gegen  die  Gräfin  auszukundschaften.
Ich  erfuhr  sie  bald.  Ich  fand  ihn  in  Aachen  mit  einer
neuen  Mätresse,  einem  als  Intrigantin  bekannten
Weibe,  der  Baronin  von  Meyendorff,  geborene  Hagguere,
  Holländerin  von  Geburt,  Frau  des  Barons  von
Meyendorff,  des  Bruders  des  frühern  russischen  Gesandten ­
  in  Berlin.  Diese  Frau  hat  lange  Zeit  als  russische
Spionin  in  Paris  gedient,  namentlich  bei  dem  Herzog
von  Orleans.  Jetzt  hatte  sie  sich  den  Grafen  Hatzfeldt
als  Beute  erkoren.  Bald  hatten  wir  nicht  nur  die  Beweise
für  ihren  unerlaubten  Verkehr  mit  dem  Grafen  in  Händen, ­
  sondern  auch  dafür,  daß  er  ihr  unter  der  maskierten
Form  einer  Anleihe  eine  Schenkung  gemacht  hatte,
welche  die  Zukunft  des  Sohnes  der  Gräfin,  Paul,  völlig
ruinieren  mußte,  da  dessen  Vermögen  als  des  jüngsten
Sohnes  nicht  durch  die  großen  Familienmajorate,
welche  nur  den  ältesten  Kindern  gehören,  gesichert  war.
Der  Graf  hatte  die  Absicht,  ihn  zu  ruinieren,  denn  er
haßte  ihn  aus  tiefstem  Herzensgründe,  weil  es  ihm
nicht  gelungen  war,  ihn  der  Gräfin  zu  entreißen  oder
ihn  von  derselben  abzuwenden.
Zu  dieser  Zeit  war  er  eben  im  Begriff,  die  Schenkung
auf  die  Allodialgüter,  welche  die  Zukunft  von  Paul
sichern  sollten,  hypothekarisch  einschreiben  zu  lassen.
Als  die  Gräfin  vernahm,  daß  die  Zukunft  ihres  angebeteten ­
  Kindes  auf  ewig  zugrundegerichtet  werden
            
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