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vernichtete die Verleumdung auf immer, durch unum
stößliche Beweise deckte ich die Geschichte dieser Ehe auf,
und am letzten Tage warf ich mich in einer sechsstündigen
Rede — die ich hier gedruckt beifüge, damit Sie die
Einzelheiten kennenlernen —, nachdem ich der gegen
mich gerichteten Anklage einige Fußtritte versetzt, auf
den Kampf zwischen der Gräfin und dem Grafen, indem
ich ihre Sache offen zu der meinigen machte, und —
Freude! — ich schlug den Grafen und seine Helfer
gänzlich zu Boden.
Nichts, Sophie, kann Ihnen auch nur annähernd eine
Vorstellung von dem elektrischen Eindruck geben, den
ich hervorbrachte. Die ganze Stadt, die Bevölkerung
der ganzen Provinz schwamm sozusagen auf den Wogen
des Enthusiasmus! Das Volk hatte das Antlitz eines
Mannes geschaut. Es hatte mich verstanden. Aber
nicht nur das Volk, alle Klassen, die ganze Bourgeoisie
war ttunken vor Entzücken. Einige Details, die ich Ihnen
in Köln erzählte, sind diesem Prozesse entnommen. Als
wir in Düsseldorf ankamen, betäubten mich die Ein
wohner dieser Stadt fast mit ihren Zurufen. Sie
spannten die Pferde der Equipage, in der ich mit der
Gräfin saß, aus und zogen uns selbst. Obschon der Pro
zeß kein eigentlich politischer war, hatte das Volk wohl
begriffen, daß es doch im tiefsten Sinne des Wortes
ein solcher war, daß es die Auflehnung gegen die Unter
drückung war.
Ich war nicht nur freigesprochen, sondern hatte auch
meinen Gegnern einen entscheidenden Schlag beigebracht.
Dieser Tag verschaffte mir in der Rheinprovinz den Ruf
eines Redners ohnegleichen und eines Mannes von