Full text : Ferdinand Lassalle

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Noch  eins  habe  ich  hinzuzufügen.  Ich  werde  Sie  nicht
heiraten  ohne  die  Einwilligung  und  ohne  die  Liebe
Ihres  Vaters.  Unheil  dem  Manne,  der  es  wagen  könnte,
ein  solches  Band,  wie  es  zwischen  Ihnen  und  Ihrem  Vater
existiert,  zu  zerreißen.  Ich  sage  nicht,  daß  ich  nicht  auch
die  Einwilligung  Ihrer  Mutter,  die  ich  nicht  die  Ehre
habe  zu  kennen,  brauche.
Ich  gebe  Ihnen  das  Recht,  diesen  Brief,  wenn  Sie
es  wollen,  Ihrem  Vater  zu  übersetzen.
Und  jetzt,  wenn  Sie  nach  allem,  was-ich  Ihnen  gesagt ­
  habe,  sich  entschließen,  meine  Frau  zu  werden,
was  würden  Sie  für  alle  Ihre  Opfer  eintauschen?
Nichts  als  zwei  Dinge!  Einen  Mann  und  ein  Herz!
Aber  auch  einen  Mann  in  wahrem  Sinne  des  Wortes,
und  ein  Herz,  das,  wenn  es  sich  einmal  gibt,  sich  auch
für  die  Ewigkeit  gibt!
Und  Sophie,  brauche  ich  es  noch  hinzuzufügen?  Wie
Ihre  Entscheidung  auch  ausfallen  möge  —  ich  kann  nur
mit  Zittern  daran  denken  —,  ich  werde  nie  aufhören.
Sie  und  Ihr  Andenken  zu  segnen!  Ich  werde  nie  aufhören, ­
  Ihnen  der  treueste  und  ergebenste  Freund  zu
sein!  Ich  werde  Sie  noch  segnen  mit  Tränen  in  den
Augen.
Lassalle
Fast  wollte  Sonja  „ja"  sagen.  Da  wurde  sie  plötzlich  von  einem
Heimweh  nach  Rußland  überrumpelt  und  begann  zu  zögern.  Sie
vertraut  sich  dem  Vater  an,  der  erwidert:  „Beeile  dich  nicht!"
Schlaflose  Nächte,  neuer  Briefwechsel  mit  Lassalle,  dann  rasch  ein
Wiedersehen  mit  Lassalle  in  Berlin.  Doch  folgen  wir  wieder
Sonjas  Tagebuch:
            
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