Full text: Ferdinand Lassalle

Bak 200C* d Ki?f'’29 
Freund betrachten zu dürfen. Sie wissen, daß ich den 
Ernst und den Wert einer wirklichen Freundschaft ver 
stehe, und ich frage Sie offen und ernst, aus tiefstem 
Herzensgründe, ob Sie mein Freund bleiben wollen. 
Wie auch Ihre Antwort ausfallen möge, sie wird nie 
die schwesterliche Zuneigung verringern oder ändern 
können, welche ich nie aufhören werde, Ihnen zu be 
wahren. 
Ihre ergebene 
S. S. 
Lassalle antwortete noch, er habe diese Antwort schon in Berlin 
vorausgesehen. Es blieb ein dünnes bißchen Freundschaft und 
Verständigung übrig, das Sonjas Stolz jedoch bald verwarf. Im 
Frühjahr 1863 flackert der Briefwechsel wieder auf. Noch eine 
freundschaftliche Regung im Herbst 1863. Auch da spricht Lassalle 
von dem „Fieber, das ihn verzehrt". In diesem letzten, erhaltenen 
Brief an Sonja S. heißt es: „Schließlich, eines jeden persönlichen 
Glückes beraubt, strebe ich wenigstens soviel als möglich danach, 
daß mein Dasein den Acker bilde, aus dem das Gemeinwohl der 
Zukunft erstehe."
	        
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