Object: Fortschritt und Armut

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Buch III. 
Die Gesetze der Verteilung. 
„Jeder Kolonist erhält inehr Land, als er bebauen kann. Er hat keine Grundrente 
und kaum irgendwelche Abgaben zu zahlen. ... Er ist daher darauf bedacht, von allen 
Seiten Arbeiter heranzuziehen und ihnen die liberalsten Löhne zu zahlen. Aber diese 
reichlichen Löhne, verbunden mit dem Überfluß und der Wohlfeilheit des Landes, 
bewirken sehr bald, daß jene Arbeiter ihn verlassen, um selbst Besitzer zu werden und 
mit gleicher Liberalität andere Arbeiter zu bezahlen, die aus demselben Grunde, aus 
dem sie selbst ihren ersten Herrn verließen, auch sie bald wieder verlassen werden." 
Das zitierte Kapitel enthält zahlreiche Ausdrücke, welche, gleich 
dein Einleitungssatz in dein Kapitel vorn Arbeitslohn, beweisen, daß 
Adam Smith die wahren Gesetze der Güterverteilung nur darum nicht 
ausfindig machte, weil er sich von den ursprünglicheren Gesellschafts 
formen abwandte und die Grundprinzipien in den verwickelteren so 
zialen Erscheinungen suchte, wo er durch eine im voraus angenommene 
Theorie der Funktionen des Kapitals, und wie mir scheint, durch eine 
dunkle Vorstellung der Doktrin verblendet wurde, die zwei Zahre nach 
seinem Tode Malthus formulierte. Und man kann die nationalökono 
mischen Werke, die seit Smith' Zeit sich bemüht haben, diese Wissenschaft 
auszubauen und zu erläutern, unmöglich lesen, ohne zu sehen, wie sie 
unaufhörlich über das Lohngesetz stolpern, ohne es ein einziges Mal 
zu erkennen. Und doch, „wenn es ein pund wäre, würde er sie beißen"! 
Es ist wirklich schwer, dem Eindruck zu widerstehen, daß einige von ihnen 
dies Gesetz wohl sahen, aber aus Furcht vor den praktischen Schlüssen, 
zu denen es führen mußte, vorzogen, es lieber zu ignorieren und zuzu 
decken, als es als Schlüssel zu Problemen zu gebrauchen, die sonst so 
unlösbar erscheinen. Eine große Wahrheit in einem Zeitalter, das sie 
verworfen und mit Küßen getreten hat, ist kein Wort des Friedens, 
sondern ein Schwert! 
Vielleicht ist es gut, den Leser vor Schluß dieses Kapitels daran 
zu erinnern, daß ich das Wort Lohn nicht im Sinne einer (Quantität, 
sondern in dem eines Verhältnisses brauche, wenn ich sage, daß der 
Lohn fällt wie die Grundrente steigt, so meine ich nicht, daß die von den 
Arbeitern als Lohn erhaltene Güterquantität notwendig geringer sei, 
sondern daß das Verhältnis, in dem sie zu dem ganzen Ertrage steht, 
geringer sei. Das Verhältnis kann abnehmen, während die Menge 
dieselbe bleibt oder selbst zunimmt. Fällt die Grenze des Anbaus von 
dem produktiven Punkt, den wir 25 nennen wollen, zu dem produktiven 
Punkt, den wir mit 20 bezeichnen wollen, so wird die Grundrente von 
allem Lande, das vorher Rente zahlte, um diesen Unterschied zunehmen, 
und das als Lohn auf die Arbeiter entfallende Verhältnis des ganzen 
Ertrages wird in gleichem Umfang abnehmen; haben jedoch mittler 
weile die Fortschritte der Wissenschaften oder die durch größere Be 
völkerung ermöglichten Ersparungen die Produktionskraft der Arbeit 
so vermehrt, daß bei 20 die gleiche Anstrengung so viel Güter hervorbringt 
wie vorher bei 25, so werden die Arbeiter als Lohn ein ebenso großes 
Quantum wie vordem erhalten, und das relative Sinken des Lohns 
wird nicht in einer Verminderung der Notwendigkeiten oder Annehin-
	        
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