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Aber damit noch immer nicht genug! Die ganze Reihe
dieser persönlichen Konzessionen, welche die Zeitungs
schreiber rein um ihres Geschäftes willen der Regierung
machten, die Zeitungsschreiber konnten sie natürlich nicht
als solche rein persönliche Konzessionen um des Geschäftes
willen gemacht eingestehen, weil sonst die Verachtung
des Volkes, der Verlust von Lesern, Abonnenten und
Inseraten die unausbleibliche Folge gewesen wäre.
Blieb also nichts übrig, als diese rein geschäftlichen
Konzessionen als ebenso viele neue Standpunkte
des allgemeinen Geistes dem Volke vorzudemon
strieren und aufzudrängen, sie als Entwicklungen und
heilsame Kompromisse des Volkslebens dar
zustellen und so den Volksgeist selbst bis auf den Grad
zu entmannen und zu verwässern, welcher für die Fort
setzung des lukrativen Jeitungsgeschäftes erforderlich
war! Daher jener Rückschritt des Volksgeistes in allen
Gebieten des öffentlichen Lebens seit 1848, daher jene
konterrevolutionäre Stimmung desselben, die man so
lange künstlich großgezogen hat, daher jene Ent
mannung desselben, die 1858 in dem „Neuen-Ära-
Schwindel" — gleichfalls einer Erfindung unserer
liberalen Zeitungen und der „Berliner Volks-Zeitung"
vor allen — wie in einem abschreckenden Aussatze zu
tage trat!
Zugleich könnt Ihr Euch selbst denken, welche entsitt
lichenden Folgen das geschilderte Verfahren täglich auf
den Charakter der Zeitungsschreiber weiter hervorbringen
mußte, welche frivole Verachtung gegen sich selbst, gegen
alle ideellen Zwecke, gegen Leser und Volk, das sich
jenen Humbug geduldig aufbinden ließ, jene tägliche