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Daher kommt es, daß, wer heute mit einer halben
Bildung.in die Jeitungsschreiberkarriere eintritt, in zwei
oder drei Jahren auch das Wenige noch verlernt hat,
was er wußte, sich geistig und sittlich zugrundegerichtet
hat und zu einem blasierten, ernstlosen, an nichts Großes
mehr glaubenden, noch erstrebenden und nur auf die
Macht der Clique schwörenden Menschen geworden ist!
Aus all diesen Ursachen ist es gekommen, daß sich alle
tüchtigen Elemente, die sich früher an der Presse beteiligt
haben, allmählich von derselben bis auf sehr vereinzelte
Ausnahmen zurückgezogen haben und die Presse
so zu einem Sammelpunkt aller Mittelmäßigkeiten, aller
ruinierten Existenzen, aller Arbeitsscheuen und Nichtswisser
geworden ist, die, zu keiner reellen Arbeit tüchtig,
in der Presse immer noch eine mühelosere und auskömmlichere
Existenz finden als irgend sonst.
Das sind diese modernen Landsknechts von der Feder,
das geistige Proletariat, das stehende Heer der Zeitungsschreiber,
das öffentliche Meinung macht und dem Volke
tiefere Wunden geschlagen hat als das stehende Heer
der Soldaten; denn dieses hält doch nur durch äußere
Gewalt das Volk zu Boden, jenes bringt ihm die innere
Fäulnis, vergiftet ihm Blut und Säfte! — Daher auch
die Entfernung, in welcher sich bei uns alle Männer deö
wirklichen Wissens wie in heiliger Scheu von den Zeitungen
halten. Ich habe eine ziemlich ausgebreitete
Bekanntschaft unter den Gelehrten. Wie oft wurde
mir nicht bei einer gelegentlichen Äußerung, ob man
nicht über diesen oder jenen besonders wichtigen Gegenstand
einen Artikel in irgendeine beliebige Zeitung
liefern wolle, eine Antwort zuteil voll Staunen und