Full text: Ferdinand Lassalle

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Verwunderung, als enthielte dies fast eine beleidigende 
Zumutung! 
Ich habe auch in meinem Leben zwei bis drei Zeitungs 
schreiber näher kennengelernt, die in jeder Hinsicht eine 
rühmliche Ausnahme, ja einen vollständigen Gegensatz 
zu der eben gegebenen Schilderung bilden. Zwei der 
selben haben sich auch bereits aus dieser Karriere zurück 
gezogen ; aber wie oft riefen sie nicht alle drei in schmerz 
lichem Ringen zu mir aus: Lieber Eisenbahnarbeiter 
sein als weiter in dieser Karriere zu verbleiben, die uns 
Geist und Seele zugrunderichtet! 
Ich habe Euch gezeigt, daß das Verderben der Presse 
mit Notwendigkeit daraus hervorgegangen, daß sie unter 
dem Vorwand, geistige Interessen zu verfechten, durch 
das Annoncenwesen zu einer industriellen Geldspekulation 
wurde. Es handelt sich also einfach darum, diese beiden 
Dinge zu trennen, die ja auch nichts miteinander zu 
tun haben. Insofern die Presse geistige Interessen ver 
tritt, ist sie dem Volköschulredner oder Kanzelprediger 
vergleichbar; insofern sie Annoncen bringt, ist sie der 
öffentliche Ausrufer, der öffentliche Trompeter, der mit 
hunderttausend Stimmen dem Publikuni anzeigt, wo 
eine Uhrkette verloren, wo der beste Tabak, wo das 
Hoffsche Malzextrakt zu haben ist. Was hat der Prediger 
mit den, öffentlichen Trompeter zu tun, und ist es nicht 
eine Mißgeburt, beide Dinge miteinander zu verbinden? 
In einen: sozialdemokratischen Staate muß also ein 
Gesetz gegeben werden, welches jeder Zeitung verbietet, 
irgendeine Annonce zu bringen, und diese aus 
schließlich und allein den vom Staate oder von den 
Gemeinden publizierten Amtsblättern zuweist.
	        
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