Full text: Ferdinand Lassalle

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im geringsten die Absicht habe, ein bloßes Verhältnis 
mit ihr anzuknüpfen, und daß ich, wenn sie mir zum 
Heiraten nicht gut genug gefällt, mich ganz ruhig zurück 
ziehen werde." 
Im Juli 1864 traf Lassalle Fräulein von Doenniges in Rigi- 
Kaltbad. Der Roman entwickelte sich im Schnellzugstempo zu 
einer Affäre, die Richard Wagner ungerecht und wegwerfend „eine 
Liebesgeschichte aus lauter Eitelkeit und falschem Pathos" genannt 
hat, er, der selbst so oft der Ichsucht und der Geschwollenheit be 
zichtigt worden ist. Hatte Sonja Sontzeff gezögert und nach 
langer Überlegung abgelehnt, so liegt von Helene von DoennigeS 
ein klares Ja vor — in dem folgenden Briefe, in dem Helene übrigens 
auch ihre innere Schwäche, ihre Willenlosigkeit, zugibt: 
Helenens „Ja" 
Wabern, Dienstag abends, 26. Juli 
Soll ich anfangen. Ihnen zu danken für Ihre lieben 
Zeilen, die ich irn Moment erhielt, als ich die Schiff 
brücke überschritt, oder zu sagen, wie lang und schwer 
mir der Weg von Kaltbad nach Waeggis geworden ist? 
Nein, Sie wissen beides, wissen, daß ich mich sehr über 
Ihr kurzes Erinnern freute, daß mir das Herz höher 
klopfte, als ich Ihre zarte Sorge für mich und meine 
Gesundheit las; und Sie wissen, daß ich verwöhnt war 
von dem so schön zurückgelegten Weg — gestern abends 
und heute früh, so verwöhnt, daß ich mich ungern in 
meine Einsamkeit fand. Daß ich Ihrem Wunsche nicht 
nachkommen konnte, lag nun natürlich daran, daß ich, 
wie Sie, mein Freund, sagen, willenlos wie ein Kind 
bin. Aber diesmal, Freund Satan, wird Ihnen das 
Kind beweisen, daß es seine teuflische Verwandtschaft
	        
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