Full text : Ferdinand Lassalle

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worin  Du  ihn  beauftragst,  von  den  bayerischen  Gerichten
die  Einwilligung  zu  Deiner  Ehe  mit  mir  zu  erlangen.
3.  Dein  Brief  an  Holthoff  aus  Bern  beweist  nichts.
Er  ist  erzwungen.  Rüstow  telegraphiert  mir,  daß  Du
nach  eineni  Brief  von  Dir  an  niich,  den  er  hat,  niich
aufgibst.  Dies  ist  ebenso  erzwungen.  Nur  Folge  der
moralischen  und  physischen  Gewalt  und  der  Täuschung,
die  man  gegen  Dich  verübt.  Es  heißt  also  nichts  —  und
dennoch  starb  ich  tausend  Tode  bei  dieser  Nachricht.
4.  Ich  habe  gestern  zwei  Stunden  mit  dem  hiesigen
Minister  des  Auswärtigen,  Baron  von  Schrenk,  gesprochen, ­
  der  ganz  und  gar  auf  meiner  Seite  und  empört
ist.  Er  hat  mir  versprochen,  alles  zu  tun,  was  nur  irgend
niöglich.  Heute  soll  ich  wieder  zu  ihm  kommen,  wo  die
bestimmten  Schritte  zwischen  uns  festgestellt  werden.
Ist  es  möglich,  so  werden  selbst  noch  mächtigere  Mittel
in  Bewegung  gesetzt  werden,  was  bereits  vorbereitet
wird.  Himniel  und  Hölle  werde  ich  in  Bewegung  setzen,
Dich  zu  erringen.  (Das  kürzeste,  glatteste,  schnellste  bleibt
immer  das  faktische  Verlassen  des  Hauses  Deines  Vaters
und  die  Flucht  mit  Rüstow  nach  Italien  oder  mit  mir
selbst,  wenn  Du  vorziehst,  bis  ich  hier  alles  getan  habe
und  wieder  zurück  bin.)
5.  Ich  habe  Riesenkräfte,  und  ich  werde  sie  vertausendfachen, ­
  um  Dich  zu  erkänipfen.  Kein  Mensch  kann  Dich
mir  entreißen,  wenn  Du  fest  und  treu  bleibst.  Seit  ich
daran  zweifle,  bin  ich  der  Elendeste  aller  Menschen.  Ich
leide  stündlich  tausendfachen  Tod.  Und  doch,  es  ist  unmöglich! ­
  Du  kannst  mich  nicht  verraten,  einen  Mann
wie  mich,  einen  Mann,  der  Dich  rasend  liebt.  Ich  bin
mit  Demantketten  an  Dich  geschniiedet.  Ich  leide  tausend ­
            
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