Genf, 26. August
Herrn von Nacowitza, Hochwohlgcboren.
Nachdem Sie durch den Oberst Rüstow zum Teil über
das zwischen nn'r und Fräulein Helene von Doenniges
bestehende Verhältnis unterrichtet worden sind, würde
es Ihnen vielleicht auffallend erscheinen können, nicht
von nur aufgesucht und über die Übernahme der eigen
tümlichen Rolle, die man Ihnen zugeteilt hat, zur Rede
gestellt zu werden.
Zur Erklärung dessen übersende ich Ihnen Abschrift
der Sie interessierenden Stelle eines Brieses, den ich
soeben an Herrn von Doenniges zu richten mich ge
nötigt sah.
Sie ersehen daraus, daß Sie in mir keineswegs mehr
einen Rivalen haben, und daß ich Ihnen gern ein Glück
von nun an ungeteilt gönne, auf das ich meinestcils nach
den heute erlangten Überzeugungen freudig verzichte.
Mit aufrichtiger Teilnahme
F. Lassalle
über das Duell liegt uni der ausführliche Bericht d«S Sekun
danten Oberst Rüstow vor.
Das Duell
Die Würfel waren gefallen, die Briefe Lassalles an
Herrn von Doenniges und Herrn von Nacowitza abge
schickt. Ich war in Verzweiflung, aber die Sache ließ
sich nicht ändern, ebensowenig, wie sie hat verhindert
werden können. Lassalle bat Oberst Becker und mich,
ihm vorkommenden Falles zu sekundieren; da Becker aus
prinzipiellen Gründen ablehnte, wählte er (Lassallc) an
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