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seiner Statt den ungarischen General Bethlen; die
Weigerung Beckers war auch der Grund gewesen, daß
der Brief an Doenniges, statt durch Becker und mich
überbracht zu werden, durch einen Kommissionär be
sorgt worden war.
Noch an vemselben Abend ging ich zweimal in das
HauS des alten DoennigeS, fand ihn aber nicht. Am
27. vormittags begab ich mich zu General Bethlen,
um mit ihm zu Doenniges zu gehen, er konnte mich
aber nicht begleiten, und ich kehrte deshalb in das Hotel
Viktoria zurück, um zu sehen, ob mittlerweile dort eine
Botschaft von seiten des alten Doenniges eingetroffen
sei. Im Salon der Frau Gräfin von Hatzfeldt fand ich
Lassalle, der mich bald auf sein Zimmer führte. Er
wollte mir mein Ehrenwort abnehmen, mit der Frau
Gräfin nichts über die ganze Angelegenheit zu reden,
was ich jedoch entschieden verweigerte. Er teilte mir
darauf mit, daß am Morgen Graf Kayscrlingk und
Dr. Arndt bei ihm gewesen seien, um ihn im Namen
des Herrn von Racowitza zu fordern. Ich erklärte, auf
diese Forderung könne er sich nicht einlassen, ehe der
alte Doennigos ihm Genugtuung gegeben. Dieser habe
die Priorität, und es sei gegen alle Regeln, dem Herrn
von Racowitza, der sich hier wieder dazwischenschicben
lasse, zu Gefallen zu sein. Lassalle antwortete, mich bei
meiner Freundschaft beschwörend, es dürfte unter keinen
Umständen eine Verzögerung eintreten; um zwölf Uhr
würden Kayscrlingk und Arndt wieder bei ihm sein, um
mich zu treffen.
Ich protestierte, sah aber bald, daß Lassalle entschlossen
war, und fügte mich in das Unvermeidliche. Ich blieb